Tagebuch & Notizen

Pascale A.



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Eintrag 1163

Leonards Lebensumstände haben sich während der letzten 2 Jahre rasant verändert und es wird auch in wenigen Monaten für ihn eine neue Lebenssituation geben.

Es gibt für ihn sowohl neue Bezugspersonen als auch ein neues Lebensumfeld, auf das er sich einlassen wird. Ich habe großen Respekt vor seinem Willen, sich permanent anzupassen. All diese Veränderungen in relativ kurzer Zeit ist für so ein kleines Kind sicherlich nicht einfach zu verarbeiten.

Ich versuche meinem Sohn, so gut es geht, Stabilität zu geben, die er dringend benötigt. Aus diesem Grund sind Vater-Sohn-Rituale ein wichtiger Schritt, ihm eine gewisse Kontinität zu vermitteln.

Auch meine "Rolle" als Vater wird sich weiter verändern, denn ich bin "nur" noch eine von mehreren Bezugspersonen, die mein Sohn hat. Aufgrund der Entfernung zu ihm ist meine Anwesenheit leider nur begrenzt möglich. Natürlich möchte ich als Vater versuchen, seine Zukunft mitzugetalten.

Das Wichtigste ist aber, dass sich Leonard in seiner Welt mit all seinen Lieblingsmenschen wohl fühlt.

27.6.17 21:43


Eintrag 1162

Im Augenblick möchte Leo nicht skypen. Leider gibt es beim Skypen gelegentlich technische Störungen, weil z.B. die Kamera des anderen Telefonierers nicht eingeblendet wird. Die Folge ist, das wir 3-4 Anrufversuche benötigen, bis ein Gespräch in die Gänge kommt. Genau diese Dinge stören Leonard, wie er mir heute sagte.

Natürlich biete ich ihm das Skypen auch deshalb an, weil ich es schön finde, ihn beim Telefonieren zu sehen. Ich probiere ihn in gewissen Abständen zum Skypen zu motivieren, möchte ihn aber nicht "zwingen".

Anstelle des Skypens möchte mein Sohn umso länger mit mir telefonieren, was das Positive an der Angelegenheit ist. Früher dauerten die Telefonate oft nur 2 Minunten, heute sind es mindestens 15 Minuten! Das ist ein gewaltiger Fortschritt. 

Leonard möchte fast ausschließlich Geschichten der Igel-Familie von mir hören. Das Gesichtenerzählen ist ein starkes Band zwischen meinem Sohn und mir, wie ich bereits in diversen Einträgen berichtete. Es scheint ihm zu gefallen seine Phantasie mit mir zu teilen.

Im Moment möchte er nur gruselige Geschichten hören. Das ist gar nicht so leicht. Klar könnte ich extreme Horror-Storys auftischen, aber das ist nicht Sinn und Zweck einer Kindergeschichte. Ich versuche ihn in seinen Wünschen immer etwas zu bremsen, denn wenn es nach ihm ginge, gäbe es nur Mord und Totschlag:-)

Für mich ist diese spontante Kreativität eine Art "Gehirntraining". Die Herausforderung liegt darin, dass ich mir beim Reden einen Inhalt ausdenken muss und parallel versuche, eine "Spannung" durch eine Erzähltechnik (Betonung usw.) aufzubauen. Beides gelingt mir nicht immer. An manchen Abenden erzähle ich Leo mindestens 5 Geschichten, die circa 3 Minuten dauern. Inhaltliche Wiederholungen bleiben leider nicht aus.

Ich werde sicher nicht zu den großen Geschichtenerzählern unserer Zeit gehören, aber mein Ziel ist es "nur", den Gesprächsfaden zwischen meinem Sohn und mir aufrecht zu erhalten oder gar auszubauen!!!

26.6.17 20:23


Eintrag 1161

Misslungene Kommunikation.

Vor einigen Tagen rief mich ein Arbeitsvermittler an. Es handelte sich um eine Zeitarbeitsfirma, bei der ich mich früher beworben hatte.

Der Arbeitsvermittler präsentierte mir ein Arbeitsangebot und fragte mich nach meinem jetzigen Gehalt. Ich nannte ihm die Summe, die ich ausgezahlt bekomme und er reagierte empört, weil diese so gering sei.

Er nannte eine Summe (netto), die 400 Euro über meiner Auszahlungssumme liegt. Der Knackpunkt war, dass der Arbeitsvertrag im Vergleich zu meinem jetzigen befristet ist. Darüber hinaus wollte der Vermittler Informationen haben (Zeitarbeitsfirma und Kunde), was ich strikt ablehnte, denn ich habe eine gewisse Schweigepflicht, was konkrete Namen betrifft. Auch hier sagte er mir, dass dieses Vorgehen unüblich sei, er sendete mir jedoch das Angebot per Mail zu.

Nach längerer Überlegung antwortete ich ihm, dass ich meinen Festvertrag nur mit einer Mindestsumme aufgebe, denn ich begebe mich in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis und möchte mich nicht verschlechtern.

Seine Antwort war, dass ich "monetär getrieben" sei und er meine hohe Forderungssumme nicht nachvollziehen kann. Aufgrund meiner Art und Weise wolle er mich von der Vermittlungsliste streichen.

Vor wenigen Minuten habe ich ihm geantwortet, dass er es war, der mir eine so hohe Summe genannt hat und ich diesen Vorfall mit seiner Kollegin besprechen werde, die mich damals betreute.

Fazit: Ich sehe nicht ein meinen Arbeitgeber zu wechseln mit deutlich schlechteren Konditionen. Wer möchte sich denn nicht lohntechnisch verbessern?
25.6.17 13:32


Eintrag 1160

Es scheint sich etwas zu bewegen, was den weiteren Arbeitseinsatz betrifft. Nach einem Meeting der Buchhaltungsabteilung mit dem Chef, welches ohne uns Zeitarbeiter stattfand, wurde ich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, weitere Aufgaben zu übernehmen.

Ich bekam eine neue Aufgabe zugeteilt, die in "Navision" anzulegen war. Mir wurde zwar die technische Ausführung erklärt, aber nur im Ansatz die inhaltlichen Zusammenhänge. Diese Aufgabe hätte eigentlich für einen geübten Navison-Anwender nur 15-20 Minuten gedauert, ich hingegen brauchte zwei Stunden, weil die Summe im Programm nicht mit derjenigen auf der Rechnung übereinstimmte.

Mir wurde nämlich nicht erklärt, das ich einen durchgehenden Posten nur mit der Stückzahl 1 abrechnen kann, unabhängig von den Stückzahl in dem Auftrag. Am Ende musste meine Kollegin eingreifen und diese Sache korrigieren. Sie schien nicht sehr zufrieden mit meinem Ergebnis zu sein. Ich fand jedoch, dass ich es für den Anfang gut hinbekommen habe.

Am Anfang passieren immer Fehler. Es ist aber auch nicht leicht, wenn mir aufgrund von Zeitknappheit meine Arbeitsschritte nur kurz erklärt werden.

Ich vermute, dass ich ab jetzt intensiv getestet werde, ob ich ein Angebot erhalte oder bald wieder abgemeldet werde. Der Kunde zahlt schließlich sehr viel Geld für meinen Einsatz und dafür müssen Ergebnisse von mir geliefert werden.

24.6.17 14:37


Eintrag 1159

62. Depeche Mode-Konzert im Berliner Olypiastation.

Gestern feierten wir zusammen mit 70.000 Zuschauern die Synth-Rock-Stars Depeche Mode. Leider fing es nach einer Stunde stark an zu regnen, sodass wir durchweichten. Das Konzert endete um 23.00 Uhr, wir waren aufgrund von Staus erst gegen 01.30 Zuhause.

Es war ein sehr schönes Konzert. Ich kann jedem empfehlen, sich diese Band einmal anzuschauen. Mein persönliches Highlight war das Cover des Songs "Heroes" (David Bowie).

 

Die Setlist

 

01. Going Backwards
02. So Much Love
03. Barrel Of A Gun
04. A Pain That I'm Used To
05. Corrupt
06. In Your Room
07. World In My Eyes
08. Cover Me
09. A Question Of Lust (Martin)
10. Home (Martin)
11. Poison Heart
12. Where's The Revolution
13. Wrong
14. Everything Counts
15. Stripped
16. Enjoy The Silence
17. Never Let Me Down Again

Encore
18. Strangelove (Martin)
19. Walking in My Shoes
20. Heroes (David-Bowie-Cover)
21. I Feel You
22. Personal Jesus

Quelle: https://www.depechemode.de/tour/konzerte/2017-06-22-berlin/berlin-olympiastadion-2/

23.6.17 17:18


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