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Eintrag 1263

Zirkeltag der Berliner Mauer

Am 05.02.2018 stand die innerdeutsche Grenze / Berliner Mauer genauso lange, wie sie weg ist (28 Jahre, 2 Monate und 26 Tage.

Aus diesem Anlass möchte ich einen Artikel über "meinen" 9. November 1989 wiederholt posten. Die Erstveröffentlichung war am 10.09.2012


"Mein" 09. November 1989

Früh morgens wurde ich wach, denn der 9.11. war  ein gewöhnlicher Schultag. Ich schaltete den Fernseher ein und sah eine "Liveübertragung" von der Berliner Mauer, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war.  So eine Art "Frühstücksfernsehen" gab es zu dieser Zeit noch nicht. Zehntausende Menschen standen jubelnd an den Grenzübergängen und um die Berliner Mauer herum, viele tanzten mit Sekt auf der Mauer. Ich war euphorisiert, lief zu meiner Mutter ins Schlafzimmer und weckte sie. Wir saßen dann vor dem Fernseher und waren fassungslos.

Das sich etwas in der ehemaligen DDR bewegte, war ja vorher schon bekannt. Viele tausend DDR-Bürger flohen Tage und Wochen vorher über Ungarn-Österreich in die Bundesrepublik. Dennoch war nicht im Geringsten absehbar, dass die Mauer auf diese Weise fallen würde. In den nächsten Tagen war Berlin-West im Ausnahmezustand. Hunderttausende Menschen aus Ost-Berlin und der übrigen DDR sowie Touristen, die sich das Spektakel ansehen wollten, bevölkerten die Strassen von West-Berlin. Alles stand still, überall Stau, Kaufhäuser und Bahnhöfe wurden wegen Überfüllung geschlossen. Am Kurfürstendamm und Umgebung fuhr kein Auto mehr. Menschenmengen, soweit das Auge reichte.

In diesen Tagen war das Unmögliche möglich geworden und ich war wie elektrisiert. Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen oder jemanden erzählen, der es nicht miterlebt hat: An dieser Mauer war die "Welt zuende"! Kein Durchkommen (wenn nicht ganz selten legal) ohne Schüsse gegen die DDR-Bürger bzw. oft stundenlanges Warten an den Grenzübergängen für die BRD-Bürger oder wenn man als West-Berliner über die Transitstrecke nach West-Deutschland wollte. Und dann tanzten Menschen auf der Mauer rum und die Grenzsoldaten waren wie gelähmt? Das war UNVORSTELLBAR! Fremde lagen sich vor Freude weinend in den Armen, sangen, klatschen und tobten vor Freude. Diese Bilder werde ich nie vergessen. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich Berichte über den Mauerfall im Fernsehen sehe. Und das Komische ist, man kann einem Menschen, der damals nicht in West-Berlin gewohnt hat, nicht klar machen, was das Besondere an der "Insellage" war. Dieses außergewöhnliche Gefühl in West-Berlin zu leben, war einmalig.

Ich wünschte mir heute, jeder Einwohner dieses Landes hätte diese "Magie" fühlen können, die sich am 9. November und den darauffolgenden Tagen in Berlin abgespielt hatte. Ein Einwohner z.B. aus Bayern hat ja vom Mauerfall emotional nichts mitbekommen, außer die Bilder im Fernsehen. Heute ist alles so normal und selbstverständlich geworden, man fährt über die ehemalige Grenze, als ob nie etwas gewesen wäre.

Auf der einen Seite ist es ja schön, dass die Dinge so selbstverständlich sind, aber auf der anderen Seite ist das offensichtliche Vergessen eines solchen Ereignisses schon sehr merkwürdig. Leider war auch mein Gefühl, dass es nach einigen Wochen nur noch genervt hat, dass man stundenlang irgendwo warten musste, weil die Menschenmassen weiterhin nach West-Berlin strömten. Aus Freude wurde im Laufe der Zeit Gleichgültigkeit gegenüber den Folgen des Mauerfalls, denn der Alltag und die Bewegungsfreiheit war durch die Menschenmassen stark eingeschränkt. Es gab auch viele Dinge nicht mehr zu kaufen, weil gar nicht soviel produziert und geliefert werden konnte, wie gekauft wurde.

Heute hört man, dass die Mauer eigentlich in dieser Art nur aufgrund eines Missverständnisses im Politbüro gefallen war. Denn das sich zehntausende Menschen auf die Grenze zubewegten und ungehindert in den Westen strömten, war von der SED-Führung so nicht geplant gewesen. Die Ausreise sollte vereinfacht werden, das war die Grundplanung. Aber was Schabowski (Schreibweise?) da auf einer Pressekonferenz vorgelesen hat und so in einem Nebensatz erwähnte, war wohl in der Umsetzung anders gedacht gewesen. Die Menschen probierten es einfach aus und liefen auf die Mauer zu.

Was hab ich aus dieser Geschichte gelernt? Erstens, das sich Verhältnisse jeder Zeit ändern können und zwar schneller, als man sich vorstellen kann. Und das gilt in jeder Lebenslage.

Zweitens, das nichts im Leben von ewiger Dauer ist. Das kann für eine Mauer gelten oder die Erinnerung im Allgemeinen.

Drittens, das es unmöglich ist, Emotionen an die Nachwelt weiterzugeben.

Viertens, das Menschen Ereignisse im Laufe der Zeit einfach vergessen oder anders bewerten, als  sie  in einem gewissen Moment erlebt wurden.

Fünftens, das jeder Moment einmalig ist und so, wie er gelebt und gefühlt wurde, nicht wieder kommt. Die Zeit ist wie ein "Zug", der nur einmal an jeder Station hält. Fragt mich nicht warum, aber im Grunde liegt da für mich etwas Tragisches.

Geschrieben: März 2008


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6.2.18 22:04
 
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