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- Ein bisschen Ich

Eintrag 1237

Ein bisschen Ich.

Teil 15. Ein bisschen Nostalgie, bitte!

Die zu erwartende Lebenszeit, welche noch vor mir liegt, wird immer knapper. Die Epoche, in der wir Leben, wird immer komplexer und verrückter. Aus politischen Feinden wurden teilweise Freunde und umgekehrt.

Viele Veränderungen, wie z.B. der Fall der Mauer oder der Sturz diktatorischer Systeme, waren zwingend notwendig. Das Problem sind nicht die Veränderungen an sich, sondern die heftige Geschwindigeit, mit der sie geschehen. Handelnde Politiker haben längst die Kontrolle darüber verloren, was sie vorangetrieben haben: Die Globalisierung.

Als Jugendlicher habe ich ältere Menschen belächelt, die in ihrer Vergangenheit hängengeblieben waren und schwärmten, dass "damals alles besser war". Heute kann ich diese Einstellung ein Stück weit nachvollziehen. Damals war zwar nicht alles besser, aber "anders". Nicht alles, was heute als "Fortschritt" angesehen wird, halte ich für nützlich. Manchmal denke ich, dass ich als Konsument in ein "Hamsterrad" gedrängt wurde und ständig irgendwelchen "Trends" nachlaufen soll ohne an ein wirkliches Ziel zu gelangen. Die Halbwertzeit einer technischen "Neuerung" beträgt für viele Produkte nur noch wenige Monate.

Im Grunde sollte man älteren Menschen besser zuhören, wenn sie von ihren Lebenserfahrungen und Erlebnissen sprechen. So eine Lebensgeschichte ist wertvoll und einzigartig. Es ist, als würde man ein dickes Buch mit wichtigen Informationen in die Ecke werfen und ignorieren, wenn man lebenserfahrene Menschen nicht reden lässt oder zuhört.

Ich kann auch die innere Verweigerungshaltung für schnelle Anpassungsprozesse verstehen, in die man hineingedrängt wird. Es beginnt mit endlosen Sprachmenüs, bevor man einen Kundendienstmitarbeiter direkt sprechen kann oder die fast vollständige Abschaffung von Bankschaltern. All das macht älteren Menschen "Angst". Es gibt Punkte in der technischen Entwicklung, die zwar "effizienter" und "ökonomischer" sein mögen, aber die Abschaffung des Menschen als "Berater" und die Installierung von Automaten zwischen dem Endkonsumenten sowie einer Dienstleistung, halte ich für nicht zielführend.

Es mag in der Natur des Menschen liegen, dass man im zunehmenden Alter vorsichtiger wird und nicht mehr jeden Klamauk (Trend) mitmachen möchte. Die ständige "Rastlosigkeit" in der Jugend habe ich selbst erlebt. Ich war tagelang unterwegs und wollte die Welt aus den Angeln heben. Es ist das gute Recht der Kinder, die Welt spielerisch zu entdecken. Es ist das gute Recht der Jugend, alles in Frage zu stellen. Es ist aber auch das gute Recht der mittleren und älteren Generation, mehr auf die eigenen Erfahrungen zu vertrauen und bewährte Dinge erhalten zu wollen.

Meine Oma schwärmte von Ihrer Jugend in den 20´er Jahren und der Kaiserzeit. Meine Eltern wurden durch die Einflüsse aus den 50´er und 60´er Jahren geprägt. Meine prägendste Zeit waren die 80´er Jahre: Transit-Autobahn, Synthie-Pop-Musik, Commodore 64, Quelle-Kaufhaus und Mauerfall.

Ich möchte nicht leugnen, dass ich gern auf diese relativ einfach strukturierte Welt meiner Kindheit zurückblicke. Im Grunde bin ich ein Mensch, der neuen Einflüssen aus Kunst und Musik nicht abgeneigt ist. Ich mag Musik aus den verschiedensten Epochen und Stilrichtungen.  

Ich hoffe sehr, dass mich Leonard nicht belächelt, wenn er ein Teenager ist und ich ihm aus meiner Jugend berichten möchte. Ich vermute jedoch, dass es bei Themen wie z.B. DDR und Mauerfall auf auf meinen Sohn so wirkt, als wenn "Opa vom Krieg" erzählt:-)

Ein bisschen Nostaglie kann etwas Schönes sein, wenn man den Bezug zu dem Moment nicht verliert.

2.12.17 23:12


Eintrag 1194

Ein bisschen Ich.

Teil 14. Vom Partei-Soldaten zum Anti-Politiker.

Jeder, der mich während der Siegener Zeit persönlich kennengelernt hat, der weiß, dass ich viele Jahre einer Partei bzw. Bewegung angehörte und Stolz darauf war. Ohne zuviel zu verraten, steht diese Partei für Solidarität und den großen Weltfrieden.

Ich betreute Wahlkampf-Info-Stände, verteilte Parteizeitungen + Flyer, hing Plakate an Laternen auf und nahm regelmäßig an Parteiveranstaltungen teil. Nach einer erfolgreichen Kommunalwahl vertrat ich meine damalige Partei in zwei Ausschüssen. All das bereitete mir große Freude, denn ich empfand es als wichtig eine politische Meinung zu haben und dafür zu werben.

In der Partei lernte ich symphatische Menschen kennen, u.a. meine Vaterfigur "Hans-Dieter".

Doch während der letzten Jahre vor meinem Parteiaustritt, hatten einige politische Ereignisse meine Einstellung ins Wanken gebracht. Dazu kam, dass ich die Ortspartei als ein Spannungsfeld zwischen "Solidarität und Wirklichkeit" erlebte.

Untereinander herrschte teilweise ein Klima aus Misstrauen, Verfolgungswahn, Egoismus, Egozentrismus und Denunzation. Auch die Interpretation diverser geschichtlicher Ereignisse grenzte bei so mancher Person an Geschichtsverknitterung.

Wollten sie nicht anders sein, als die anderen Parteien? Haben sie den Menschen in den vielen Wahlkämpfen nicht gesagt: "Wir sind anders! Wir machen alles anders.."? Doch was ich an Mitmenschlichkeit erlebte, war nichts geringeres als ein totaler Widerspruch ihrer Grundsätze. Sind vielleicht ihre Grundsätze wirklichkeitsfremd und ein bloßer Wunschtraum? Sind sie naiv, weil sie dachten, sie seien die "besseren" Menschen? Wie wollen sie die große weite Welt verändern, wenn es schon im eigenen, kleinsten und erweiterten Kreis nicht funktioniert? Wenn es um die eigenen, innerparteilichen Vorteile geht, kommt das "normale" menschliche Verhalten zum Vorschein.

Die Verhaltensmuster untereinander waren aus meiner Sicht wie in der Schule, in den Führungsetagen eines Unternehmens oder in anderen Parteien und nicht, wie man vermuten könnte, fairer. Vielleicht sollten sie ihre Ideale mehr am menschlichen Verhalten ausrichten und nicht versuchen, das menschliche Verhalten in eine ideologische Zwangsjacke zu stecken?

Ich hatte mich damals im Eintrag 613 ausführlicher zu meinem Austritt geäußert.

Wenn ich darüber nachdenke, fällt mir ein Satz aus diesem alten Eintrag ein, den ich nochmal zitieren möchte:

 "1. Ich bin nicht mehr derjenige Pascale, der ich vor wenigen Jahren war, denn ich habe mich weiterentwickelt. Somit haben sich auch Teile meiner politischen Anschauung verändert..."

Dieser Satz war der Kerngedanke, der meine Entscheidung auslöste, die Partei zu verlassen. Ich hatte mich verändert und passte nicht mehr zur Partei. Ich gebe zu, dass ich mich heute noch dabei ertappe "Wir" zu sagen, wenn ich mit Menschen über Politik diskutiere.

Leider standen Verhaltensweisen einiger Mitglieder diametral zu den Schlagworten, welche die Partei auf ihre Fahnen schrieb.

Diese Widerprüche (meine eigene Veränderung und die Verhaltensweisen von Mitgliedern) hielt ich nicht mehr aus.

Ich genieße heute meine politische Freiheit, nicht mehr in Parteischubladen denken zu "müssen". Die Welt ist größer und vielfältiger als eine Partei. Die Mitgliedschaft in einer Partei kann darin münden, dass man sich nicht mehr "traut" anders zu denken, als es die Partei vorgibt. Man möchte schließlich Teil der Gemeinschaft bleiben und nicht so völlig aus der Art schlagen.

Es fing schon an, dass ich mich oft rechtfertigen musste, welche Zeitungen ich lese bzw. woher ich meine Informationen habe. Damit wurde mir unterstellt, dass ich mich von den Medien, die auf "der anderen Seite" standen, manipulieren lasse. Dieser Standpunkt wiederum unterstellt mir Dummheit, weil ich das Gelesene nicht reflektieren kann:-)

Mir ist wohl bekannt, dass die eben beschriebenen Phänomene auch in anderen Parteien vorkommen.

PS: Dieser Eintrag enthält sowohl neue Gedanken als auch Elemente älterer Einträge.

2.9.17 10:23


Eintrag 1005

Ein bisschen Ich.

Teil 13. Pascale, der Vollblut-Papa.

Dieses Kapitel ist eine Zusammenfassung bereits geschriebener Texte, die sich um meine Vaterrolle drehen, ergänzt mit neuen Gedanken.

Vorwort: Ich liebe das Wesen der Kinder und finde es interessant, wie sie jeden Tag ihre Welt entdecken. Ich habe den Eindruck, dass mich diejenigen Kinder, die ich über den Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis kennengelernt habe, sehr mögen. Sehr gern spiele ich mit Kindern (und sie mit mir) und ich bringe ihnen mit größtem Vergnügen etwas bei. Sie danken es meistens mit einem Lächeln.

-Vorwort Ende-

Rückblick: Die Geburt

Alles begann am 02.10.2011 morgens gegen 09.00 Uhr. Leonards Mutter sagte mir: "Ich glaub es geht bald los!".

Wir riefen im Kreißsaal an, schilderten die Symptome und sollten auch bald dorthin kommen, wie man uns am Telefon sagte. Ich rief meinen Freund E. an, der uns auch schnell ins Krankenhaus fuhr. Dort wurde meine damalige Frau untersucht und man stellte fest, dass die Geburt noch ein paar Stunden entfernt ist. Sie wurde auf der Station aufgenommen, bekam ein kleines Mittagessen und wir wanderten ein bisschen durch das Krankenhaus bzw. über den Krankenhaushof. Das Wetter war herrlich warm, genau richtig für einen kleinen Spaziergang auf dem Krankenhausgelände.

Gegen Mittag fuhr ich mit E. kurz nach Hause, um noch einige Sachen zu holen. Ich blieb die ganze Zeit im Krankenhaus und war auch während des gesamten Geburtsvorganges dabei.

Abends nach dem Abendessen stellte sich uns die Frage, ob ich nach Hause fahren oder mit in der Klinik bleiben sollte.

Es wird vom Krankenhauspersonal nicht so gern gesehen, wenn die werdenden Väter nachts im Flur herumlungern wollen. Im Krankenhaus war auch eine kleine Kapelle, die Rund um die Uhr geöffnet ist. Also entschied ich mich nach kurzer Überlegung gegen 22.00 Uhr in die Kapelle zu gehen, um mich dort in aller Stille etwas auszuruhen. Die Kapelle war während dieser Zeit, außer mir, menschenleer.

Es war ein bewegender Augenblick: Pascale, kurz vor der Geburt seines Sohnes in einer Kapelle vor dem großen Jesus-Kreuz:-) Ich schlief zwei Stunden, dann rief mich Leonards Mutter auf meinem Handy an, welches die ganze Zeit auf "lautlos" gestellt war und sagte mir, dass ich in den Kreißsaal kommen sollte. Es gab eine weitere Untersuchung und es wurde entschieden, dass sie im Kreißsaal bleiben solle. Nach vielen Stunden des Wartens und weiterer kleiner Untersuchungen stand morgens um 08.00 die eigentliche Geburt kurz bevor. Es kam neben den Hebammen noch ein Arzt dazu, der die Geburt mit begleitete. Um 09.10 war es dann soweit, Paul Leonard erblickte das Licht der Welt und mir rollten Freudentränen über mein Gesicht. Die Geburt verlief insgesamt betrachtet fast reibungslos. Dann konnte ich ihn endlich in den Armen halten! Wir kamen nach einer halben Stunde und einigen kleinen Untersuchungen wieder auf das Stationszimmer.

Nach rund 28 Stunden ohne Schlaf fuhr E. mich gegen Mittag nach Hause, damit ich ein paar Stunden schlafen konnte. Abends fuhr er mich wieder ins Krankenhaus, bevor wir in einer Kneipe landeten:-)

-Rückblick Ende-

Nach der Geburt

Ich wuchs beständig in meine neue Lebensrolle als Vater hinein.

Für mich war es selbstverständlich Leonard zu windeln, ihn zu füttern, mit ihm spazieren zu gehen oder zu spielen sowie ihn aus seiner Kita abzuholen. Offen gestanden habe ich mich vor seiner Geburt auf genau diese Dinge gefreut.

Wie es nun einmal bei den meisten Kindern so ist, fühlte sich Leonard eher zu seiner Mutter hingezogen. Dieser Prozess ist "natürlich" und ich war nicht eifersüchtig darauf, wenn er gelegentlich nicht in meinen, sondern in den Armen seiner Mutter liegen wollte. 

Es gab auch Tage, die nicht einfach waren, weil ich lieber im Bett liegen geblieben wäre, anstatt morgens um 06.00 aufzustehen, um ihn in den Tag zu begleiten. Seine Mutter und ich haben uns in diesen Dingen abgewechselt.

Besonders zeitverzehrend war die abendliche Einschlafprozedur, da Leo nicht allein einschlafen wollte und heftig weinte, wenn wir die Nähe seines Bettes verließen. Mitunter dauerte es einige Stunden, bis er einschlief.

                    Nach der Trennung

Ich bin stolz darauf, dass ich, bis zur Trennung, sein täglicher Vater sein konnte.

Die Vater-Sohn-Beziehung war und ist innig, obwohl sie sich, nach der räumlichen Trennung, naturgemäß veränderte. Ich bekomme jedes Mal eine Gänsehaut, wenn Leo mit seinen Koffern vor mir steht und sich auf einen Papabesuch freut. Mir fällt es nicht leicht "Normalität" in der kurzen Zeit eines Besuchs hineinbringen zu können. Meistens braucht er ein paar Minuten, um "anzukommen" und sich an das Umfeld zu gewöhnen, obwohl es ihm vertraut ist.

Als ich im Oktober 2014 wieder nach Berlin zog, war die Umstellung vom Vollzeit-Papa zum Wochenend-Papa für mich nicht leicht. Leonard und ich meisterten die Veränderungen jedoch mit Bravour. Er scheint die Umstellung gut verkraftet zu haben, worüber ich sehr froh bin.

Als er noch in Dresden wohnte, holte ich ihn an jedem zweiten Wochenenende mit dem Fernreisebus nach Berlin, damit er das Papa-Umfeld erleben konnte. Die Fahrtzeit betrug knapp 2 Stunden, sodass ein Holen oder Bringen schnell über die Bühne gebracht werden konnte.

Als ich erfuhr, dass Leonard wieder nach S. ziehen wird, schrieb ich für ihn folgendes Gedicht:

 

Lebensautobahn.

 

Mein Schicksal

brennt schwerelos.

Reisebus fährt

auf verwischten Lebenslinien

geradeaus in die Vergangenheit.

Jeder Autobahnkilometer

ein Herzschlag im Nirgendwo.

Turbodiesel Kinderglück.

Meine Schwimmflügel

haben keine Chance.

Mein Motor

ist sein Lächeln,

heute und morgen.

 

Pascale A.

Berlin, Juli 2015

 

Als er noch ein kleines Baby war, sangen seine Mutter oder ich ihm dieses selbsterfundene Einschlaflied vor. Ich habe es gerade beim Stöbern in meinem Blog wiedergefunden. Der Text wurde in der Melodie des Liedes "Jetzt fahrn wir übern See..." in einer sehr langsamen Variante gesungen.

 

Jetzt gehn wir schlafen,

schlahahafen,

jetzt gehn wir schlahafen.

Jetzt gehn wir schlafen,

schlahahafen,

jetzt gehn wir schlahafen.

Wir gehen in die Heia,

Heiaheiaheija,

wir gehen in die Heia,

das Traumland wartet schon.

Wir gehen in die Heia,

Heiaheiaheija,

wir gehen in die Heia,

das Traumland wartet schon.

 

Gleich schläfst Du 

tief und fest tief und fest,

gleich schläfst Du tief und fest.

Gleich schläfst Du 

tief und fest tief und fest,

gleich schläfst Du tief und fest.

Und hast ganz schöne Träume,

wünderschöne Träume.

Und hast ganz schöne Träume,

weil der Mondbär Dich beschützt.

Du hast ganz schöne Träume,

wünderschöne Träume.

Du hast ganz schöne Träume,

weil der Mondbär Dich beschützt.

 

Morgen früh wachst Du auf

wachst Du auf,

morgen früh wachst Du auf.

Morgen früh wachst Du auf

wachst Du auf,

morgen früh wachst Du auf.

Dann gibt es wieder Küsschen,

ganz ganz viele Kühüsschen,

dann gibt es wieder Küsschen,

soviel Du ertragen kannst.

Dann gibt es wieder Küsschen,

ganz ganz viele Kühüsschen,

dann gibt es wieder Küsschen,

soviel Du ertragen kannst.

- Text Ende-

Wenn es um die Vater-Sohn-Beziehung geht, läuft mein innerer Motor auf Hochtouren. Ich habe eine äußerst große Reisebereitschaft entwickelt, damit ich an seinem Leben teilhaben kann.

Da sich mein Leben seit einigen Monaten in einem erneuten Veränderungsprozess befindet, besuche ich Leonard zur Zeit möglichst oft in S. Das Papa-Wochenende wird mit einem Besuch an der Uni verbunden. Leider ist so eine Reise zu einer Frage des Geldbeutels geworden, weil ich aufgrund meines Studentenarbeitsvertages deutlich weniger Einkommen beziehe als mit meinem Vollzeitarbeitsvertrag. In nicht allzu langer Zeit wird er mich wieder in Berlin besuchen können.

Gefühlsmäßig war die Umstellung vom Vollzeit-Papa zum Wochenend-Papa für mich eine Katastrophe. Vor dem Umzug sah ich Leonard jeden Tag, doch dann nur noch alle 2 Wochen. Ich verpasste große und kleine Entwicklungsschritte sowie seine alltäglichen Erlebnisse. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, gewann ich den Eindruck, als sei er ein anderes Kind. Ich kann den Spruch meiner Oma nun verstehen, wenn sie zu mir als Kind nach längerer Besuchspause sagte: "Pascale, Du bist aber groß geworden!". 

Es ist ein sonderbares Gefühl, meine tiefen und latenten Vatergefühle an den meisten Tagen des Jahres "herunterfahren" zu müssen, da Leonard nicht anwesend ist und ich sie nicht ausleben kann. Um kurz nach 19.00 werde ich innerlich unruhig und tanze halb um das Telefon herum. Leo ruft mich vor jedem Einschlafen an und ich konzentriere mich vor Freude darauf, seinen Anruf nicht zu verpassen. Diese paar Minuten Telefonat ist die einzige Zeit am Tag, an denen ich meine Vatergefühle ausleben kann.

Wochenend-Väter neigen manchmal dazu, das Kind etwas großzügiger zu behandeln, weil man die wenige Zeit, die man sein Kind sieht, es lachen sehen möchte. Vielleicht ist das ein "Fehler", an dem ich noch arbeiten werde. Selbstversändlich gibt es feste Regeln, an die sich Leonard halten muss. Dennoch sollte jeder, der über Wochenendväter meckert, sich in unsere Lage versetzen und überlegen, ob er nicht ähnlich handeln würde, wenn er/sie sein Kind nicht so häufig sieht.

Ich habe etwas die Erziehungs-Philosophie meines Vaters übernommen, der sagte: "Pascale, alles im Rahmen!". Er ignorierte meinen Schabernack bis zu einem gewissen Punkt. Erst dann schritt er ein und zeigte mir eine Grenze auf.

Ich merke gelegentlich, wenn ich Leo keine negative Aufmerksamkeit gebe, dass er von ganz allein aufhört am Essenstisch zu zappeln. Es gibt halt nicht immer ein "Richtig" oder "Falsch" in der Erziehung ;-)

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Leonard sehe, um die wenige Zeit, die wir miteinander haben, genießen zu können :-)

Das Leben ist ein dynamischer Prozess. Alles ist im Fluss und im Wandel. Ich liebe Leonard bedingungslos und möchte ihn, so gut es geht, auf all seinen schönen und weniger schönen Lebenswegen als Vater begleiten.
 
Die Türen werden für ihn immer offenstehen. Das sehe ich als selbstverständlich an, denn ich bin ein Vater mit Leib und Seele!
28.6.16 20:17


Eintrag 995

Ein bisschen Ich.

Teil 12. Pascale, die Flexibilität in Person.

Dieses Kapitel soll nicht im Widerspruch zum Kapitel 5 "Meine sensiblen Antennen und Veränderungen" stehen.

Dort schrieb ich u. a., dass ich spontane Veränderungen nicht sehr mag, auch wenn es Ausnahmen gibt, wie z.B. das Kennenlernen meiner zukünftigen Frau, die Verlobung und das Zusammenziehen mit ihr :-) Ich habe gelernt, dass Neuerungen im Leben positiv sein können. 

Leider gab es diverse Veränderungen in meiner Vergangenheit, die Teile meines Lebens in eine negative Bahn lenkten. Ein tragisches Beispiel dafür ist meine Vaterrolle und die räumliche Trennung von Leonard, denn von meinem Herzen bin ich ein Vollblut-Papa. Ich schilderte meine diesbezügliche, katastrophale Gefühlslage in der Kategorie "Erlebnisse" Teil 57 "Meine Erfahrungen als Wochenend-Papa".

Wenn es um die Vater-Sohn-Beziehung geht, läuft mein innerer Motor auf Hochtouren. Ich habe eine äußerst große Reisebereitschaft entwickelt, damit ich an seinem Leben teilhaben kann.

Als er in Dresden wohnte, holte ich ihn mindestens an jedem zweiten Wochenende nach Berlin, damit er das Papa-Umfeld erlebt. Da sich mein Leben seit einigen Wochen in einem erneuten Veränderungsprozess befindet, besuche ich Leonard zur Zeit möglichst oft in S. Das Papa-Wochenende wird mit einem Besuch an der Uni verbunden. Leider ist so eine Reise zu einer Frage des Geldbeutels geworden, weil ich aufgrund meines Studentenarbeitsvertages deutlich weniger Einkommen beziehe als mit meinem Vollzeitarbeitsvertrag. In nicht allzu langer Zeit wird er mich wieder in Berlin besuchen können, wenn ich Urlaub bekomme und sich gewisse Dinge eingependelt haben.

Als ich erfuhr, dass Leonard wieder nach S. ziehen wird, schrieb ich für ihn folgendes Gedicht:

 

Lebensautobahn.

 

Mein Schicksal

brennt schwerelos.

Reisebus fährt

auf verwischten Lebenslinien

geradeaus in die Vergangenheit.

Jeder Autobahnkilometer

ein Herzschlag im Nirgendwo.

Turbodiesel Kinderglück.

Meine Schwimmflügel

haben keine Chance.

Mein Motor

ist sein Lächeln,

heute und morgen.

 

Pascale A.

Berlin, Juli 2015 

 

Ein weiterer Beleg für meine Flexibilität ist die Fahrt zu meiner Arbeitsstätte nach Potsdam. Die Fahrtzeit beträgt fast 2 Stunden, sodass ich 4 Stunden täglich nur in der S-Bahn und Straßenbahn sitze. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, dann reduziert sich diese Zeit deutlich. Da ich meine Arbeit und meine Kollegen sehr mag, nehme ich all das gern in Kauf.

Ich arbeite in einer Branche, in der nur dasjenige Unternehmen überleben kann, welches sich den ständigen Veränderungswünschen der Kunden anpasst. Somit entstehen neue Projekte mit neuen Kollegen. Ein Mitarbeiter kann von der einen Sekunde zur anderen in eines dieser neuen Projekte hineinversetzt werden, was wiederum das Erlernen von neuen Arbeitsablaufprozessen und einen neuen Sitzplatz zur Folge hat. Außerdem begenet er neuen Kollegen, weil die Teams eine Art separietes Eigenleben führen. Auch die Arbeitsabläufe innerhalb dieser Projekte ändern sich häufig, wenn der Kunde das wünscht.

All diese Dinge bedeuten für mich, dass ich ein hohes Maß an Flexibilität als Eigenschaft mitbringen muss, wenn ich in dieser Branche dauerhaft arbeiten möchte. Es herrscht eine hohe Mitarbeiterfluktuation, sodass ich ständig neue Kollegen um mich herum habe.

Aus diesem Grund benötige ich eine gewisse Beständigkeit in meinem Privatleben, damit ich eine Insel habe, die mir vertraut ist.
4.6.16 18:50


Eintrag 989

Ein bisschen Ich.

Teil 11. Emphatie und ein guter Zuhörer.

Im Grundsatz ist dieses Kapitel eine Ergänzung von Teil 9. Pascale der Diplomat und Konfliktlöser.

Die Voraussetzung, in Konflikten zu vermitteln und nach diplomatischen Lösungen zu suchen, ist eine gewisse Emphatie zu besitzen und die Gabe zu haben, zuhören zu können.

In diesem Kapitel meine ich nicht das "alltägliche Zuhören", wie:" Pascale, vor 3 Stunden habe ich dich gefragt, ob Du bitte den Müll runterbringst. Hast Du nicht zugehört?" In dem Bereich des "alltäglichen Zuhörens" gestehe ich die ein oder andere Schwäche ein, auch wenn ich dennoch den Müll runterbringe:-)

In meiner späten Jugendzeit saßen sämtliche Freundinnen meiner Kumpels aus meiner Jugend-Clique bei mir auf der Dachterrasse und tranken Kaffee. Der "Kaffee-Klatsch bei Pascale" war beliebt und ein wöchentliches Ritual. Ich war immer der einzige Mann in der Runde. Die Frauen fühlten sich in meiner Nähe aufgehoben und wohl, weil ich ihnen unbewusst eine vertrauensvolle Atmosphäre schuf. Das ist ein Teil meiner Ausstrahlung, wie mir oft nachgesagt wurde.

In meiner Gegenwart kann man frei und offen sein, es gibt keinen Grund sich bei mir "verstellen" zu müssen. Die oben genannten Freundinnen plauderten offen über Sorgen sowie Nöte und suchten meinen Rat. Gelegentlich baten die Frauen auch um 4-Augen-Gespräche, in denen sie mir ihren Kummer mitteilten. Ich hörte einfach konzentriert zu, ohne ins Wort zu fallen. Im weiteren Verlauf der Gespräche wollten sie manchmal einen Lösungsvorschlag, welchen ich ihnen dann mitteilte.

Meine Kumpels wussten, dass sich die Frauen bei mir ausweinten und veräppelten meine Kaffee-Klatsch-Runden. 

Eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Frauen reihenweise auf meinem Sofa saßen, war und ist, dass ich extrem verschwiegen bin. Ich bin ein großer Geheimnisträger, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich. Mir werden Dinge anvertraut, die andere Personen in Bedrängnis bringen könnten, aber ich erzähle nie etwas weiter. Ich ziehe nie einen Vorteil  aus einer mir anvertrauten Information, auch dann nicht, wenn ich mich mit der Person streite. Und all das wissen die Menschen, die mich kennen.

Allgemein:

Ich versuche mich in die Situation meines Gesprächspartners hineinzuversetzen und schlüpfe dann in 3 Rollen. Für jede dieser Rolle stelle ich mir folgende Fragen:

1. Wie würde ICH in der Situation reagieren?

2. Wie würde mein Gegenüber, mit seiner mir bekannten Biographie, in der Situation reagieren?

3. Wie könnte die andere Person, in der mein Gegenüber in einen Konflikt steht, reagieren (soweit ich ihn kenne)?

Den weiteren Konfliktlösungsverlauf habe ich bereits in Kapitel 9 beschrieben.

"Kommunikation" und "Konflikte" waren ein Bestandteil meiner Abschlussarbeit an der Uni (Bachelor-Arbeit). Ich mag dieses Thema irgendwie. 

Das Zuhören ist nicht immer einfach. Es hängt sowohl von meiner Tagesform als auch von meiner Konzentrationsfähigkeit ab, ob ich die Kraft habe, mich in eine andere Person hineinzuversetzen. 

Das Zuhören und Konfliktlösen fällt mir bei Nicht-Partnern einfacher, weil es eine emotionale Distanz zu denjenigen Problemen gibt, die gelöst werden sollen. Bei partnerschaftlichen Problemen ist man naturgemäß an einem Konflikt nicht ganz unschuldig, daher wird man, leider, "betriebsblind".

Eine Schwäche von mir ist, dass ich mich oft zu Unrecht kritisiert fühle und schnell in eine Verteidigungsposition verfalle. Mir fällt es schwer, Kritik von einer anderen Person in demjenigen Moment, in dem sie geäußert wird, anzunehmen. Nach einem gewissen Zeitabstand und einem Denkprozess gestehe ich dann doch die ein oder andere Kritik an mir ein. Es kommt auch vor, dass ich der Person sage:" Ja, Du hast Recht." Ich habe überhaupt kein Problem damit, mich für ein Fehlverhalten zu entschuldigen. Das Eingestehen eines Fehlers mit einer Entschuldigung ist aus meiner Sicht keine charakterliche Schwäche, sondern eine Stärke.

In so einem Falle ist es wichtig, dass mir mein Gegenüber zuhört und mich versucht zu verstehen.

Der Ort und die Situation ist für kritische Gespräche von höchster Bedeutung. Die Warteschlange an der Kasse eines Supermarktes ist für emotionale Themen kein geeigneter Ort.

Ich weiß, dass ich in einem hohen Maße selbstkritisch bin und mich gern selbst reflektiere. Dennoch bin ich nicht immer ein einfacher Mensch, denn ich habe meine Ecken und Kanten. Man braucht auch eine gewisse Portion Geduld mit mir:-)

17.5.16 22:19


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