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Bitte unbedingt die Katogorie "Rechtliches zu meinem Blog" lesen!

 

Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 13 (Nachwort)

In meinem Leben dachte ich oft, alles sei in Ordnung und kurze Zeit später ist etwas, scheinbar plötzlich, völlig aus den Fugen geraten.

Durch negative Erfahrungen, die bereits in meiner frühen Kindheit begonnen haben, lernte ich im Leben nicht mehr 1000%ig zu vertrauen. Leider bleibt im Leben dauerhaft nichts so, wie es gegenwärtig ist.

Alles ist einem ständigen Wandel unterzogen:

Das Wort, die Schrift, die Kommunikationsformen, der Informationsfluss, die Berufswelt, die große und kleine Politik oder die Religionen. Diese Veränderungen wirken dynamisch und in einer wechselseitigen Beziehung auf jeden Menschen mit seinen Freundschaften und Liebesbezienungen ein. Die Auswirkungen sind individuell unterschiedlich.

Alles ist miteinander vernetzt und somit kann jeder jeden beeinflussen, ob direkt oder indirekt.

Ich bin wahrlich kein einfacher Mensch. Manchmal bin ich sperrig, umständlich und nicht immer guter Laune. Grundsätzlich bin ich ein normaler Mensch, nämlich nicht perfekt.

Mit Niederlagen kann ich nur dann umgehen, wenn ich mir vorstelle, dass das Leben aus ständigen Lebenswendepunkten besteht.

Mathematisch betrachtet halte ich (!) das Leben für eine "Kurvendiskussion" mit ihren Symmetrieeigenschaften sowie Extrem- und Wendepunkten. Die genetische Veranlagung und die Gesundheit ist der Definitionsbereich und das soziale Umfeld (Familie, Beruf, Freunde, der Staat usw.) bilden die Achsenabschnitte. All das kombiniert mit dem eigenen Willen, dem Einfluss des sozialen Umfeldes, den oben beschriebenen Veränderungen und der Summe von Lebenserfahrungen, ergibt den Lebensverlauf eines Menschen.

Mit dieser Sichtweise kann ein schöner oder schlechter Moment nicht ewig andauern. Die Tragik ist, dass ich charakterlich so veranlagt bin, allgemeine Veränderungen erst nach eingehender Überprüfung einer Notwendigkeit zuzulassen. Viele Änderungen waren nicht positiv, daher beäuge ich grundsätzlich alles unter einer misstrauischen Brille. Ich halte gern an vertrauten Ritualen fest, weil mir diese Sicherheit und Rückhalt geben.

Da ich nicht fehlerfrei bin, habe ich viele negative Wendepunkte in meinem Leben mit zu verantworten.

-Ende-

Anbei mein neuestes Gedicht. Vor dem Lesen bitte unbedingt die Kategorie "Grundsätzliches zu meinen Gedichten" lesen, um z.B. die Entstehung und den Inhalt meiner Gedichte nachvollziehen zu können.

 

...,denn mein Sommer endet hier.

 

Von

regenbogenverschmierter Kindheit

zum Lebensrand.

Die Herbstsonne Berlins

verursacht Atemnot.

Der Schneemann

im Garten

trinkt Rotwein

und zählt die Blumen,

die aus einer Tränenrinde

emporwachsen.

Das Gestern

ertrank im Alltagssee.

 

Ich liege nackt

im Scherbenmeer

vor einer Gletscherspalte.

Meine Kindheitsträume

produzieren Angstzustände.

Der Stein im Herzen

trägt mich unbeschwert

durch das Leben.

Verloren im Transit,

mit einer Kerze

in der Hand.

 

Der tiefe Winter naht.

Mein Fluss

hat eine Haut bekommen,

auf der die Sehnsucht

Schlittschuh fährt.

Trauermaschine 

zerschmettert die Eisdecke,

denn mein Sommer endet hier.

 

Pascale A.

Berlin, den 5. Oktober 2014

07.10.14

Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 12 (Neustart in ein verändertes Leben, aber wie?)

Es sagt sich so leicht:"Neustart in Berlin." Doch wie beginnt man ein neues Leben?

Zunächst gilt es einen Fahrplan für die nächsten Wochen zu erstellen:

1. Diese Woche steht im Zeichen des Auspackens und des Zurechtfindens im Haus. Das schönste Ereignis in dieser Woche ist Leonards Geburtstag!

2. Parallel dazu gibt es im Haus noch viele handwerkliche Dinge zu erledigen, die nach und nach anfallen.

3. In den nächsten Tagen beginne ich damit formale Angelegenheiten zu erledigen.

4. Die nächste große Bewerbungsphase beginne ich Mitte des Monats, wenn die formalen Angelegenheiten soweit in die Wege geleitet wurden.

5. Ich leide sehr darunter, Leonard nicht mehr ganz so oft zu sehen. Vor der Trennung war ich "Vollzeitpapa" d.h. ich konnte Leo so oft sehen, wie ich wollte. Nun sehen wir uns, bedingt durch die Trennung, weniger häufiger als früher. Viele Abläufe werden sich in den nächsten Monaten noch einpendeln müssen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das gut gelignt.

6. Nun habe ich völlig andere Tagesabläufe und ein anderes soziales Umfeld, als vor der Trennung. Auch diesbezüglich müssen sich neue Strukturen bilden und Abläufe aufeinander abgestimmt werden.

7. Freundeskreis. Ich versuche nach und nach einige alte Freunde und Bekannte zu treffen, um auszuloten, ob es noch Gemeinsamkeiten gibt. Schließlich sind wir nicht mehr dieselben Menschen wie vor 16 Jahren.

8. Die Stadt. Diese Stadt Berlin ist meine Liebe und mein Schmerz. Wenn ich durch die Straßen von Neukölln fahre, habe ich das Gefühl, als sei ich aus einem langen Traum erwacht. Alles ist so vertraut aber doch so neu. Ein unbeschreiblich komisches Gefühl.

01.10.14

Wenn Dinge ins Rutsche geraten

Teil 11 (Das Ende)

Viele Kisten stehen schon gepackt im Arbeitszimmer. Die letzten Abschiede wurden begangen, die letzten Biere in dieser Stadt getrunken.

Montag wird damit begonnen, sämtliche Möbel abzumontieren. Dienstag werden viele Einrichtungsgegenstände auf den Sperrmüll gegeben, der Mittwoch abgeholt wird. Zwischendruch werden immer wieder Kisten und Säcke eingepackt. Der Mittwoch steht im Lichte der Abschlussarbeiten und des Putzens. Wenn alles wie geplant verläuft, kommt Donnerstag das Umzugsunternehmen. Die Wohnungsübergabe hier ist am Freitag, danach fahre ich mit Leonard nach Berlin.

Nach dem Wochenende beginnt für Leonard die Eingewöhungsphase in seiner neuen KITA.

17.9.14

Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 10 (Im Transit)

In wenigen Tagen beginnt der Umzug in mehreren Schritten: Zuerst das Ausmisten der Sachen und das Packen der Kisten. Dann werden die Möbel abgebaut, bevor der Sperrmüll kommt. Anschließend hier und da streichen, zuletzt das Putzen der Wohnung. Parallel dazu müssen formelle Angelegenheiten erleidigt werden.

Ich befinde mich gedanklich in der Überführung zwischen dem alten und neuen Leben. Der Schmerz ist unbeschreiblich, den ich dabei fühle. Diese "Transitstrecke" ist für mich ein emotionales Durcheinander.

Ich habe das Gefühl, als müsste ich alles neu erlernen, sogar das Laufen und Atmen. Ich beginne ein neues Leben und muss lernen, diese Veränderung bzw. diesen Transformationsprozess zuzulassen. Es wird gelingen.
 
09.09.14

Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 9 (Abschied nehmen).

The final countdown.

In diesen Tagen und Wochen ist vieles auf Abschied programmiert. Der Umzug mit seiner ganzen Planung und Organisation im Vorfeld, steht in circa 4 vor der Tür. Diesbezüglich umgibt mich eine tiefe Traurigkeit, die ich versuche zu verbergen, meistens gelingt mir das jedoch nicht. Außerdem kann ich nachts kaum noch durchschlafen, weil ich Albträume habe.

Ich nehme Abschied von dieser Stadt S.:

Ende der 90'er Jahre zog ich nach S., um ein Studium in Volkswirtschaftslehre zu beginnen. Was aus meiner Studienkarriere geworden ist, habe ich berichtet. Ich zog damals aus Berlin fort, um in dieser Stadt neu anzufangen. Hier habe ich viele schöne Augenblicke erlebt. Auf Leonards Geburt und weitere unvergessliche Momente mit ihm sowie meiner Frau blicke ich mit größter Freude zurück.

Wenn kein weltbewegender Grund vorliegt, werde ich diese Stadt S. nicht mehr besuchen und somit nie mehr wiedersehen. Leider geschehen viele Veränderungen parallel, der Verzicht auf diese Stadt ist die harmloseste Veränderung.

Ich werde (zumindest vorübergehend) nach Berlin ziehen, in diejenige Stadt, von der ich 1998 nach S. aufbrach, um in ein neues Leben zu starten. Nun kehre ich als (in vielen Hinsichten) gescheiterter Mann dorthin zurück. Der Kreis schließt sich. Fortan steht Berlin in meinem Leben für Veränderung und Neubeginn.

Ich nehme Abschied von den gewohnten Familienabläufen:

Noch sind einige der täglichen Familienabläufe, insbesondere die in Bezug auf Leonard, so wie vor der Trennung. Nach der räumlichen Trennung Ende September wird sich mein "praktisches Vater-Darsein" überwiegend auf die Wochenenden verlagern. Viele Abläufe werden sich neu einpendeln müssen. 

Wir hatten eine schöne und große Wohnung für verhältnismäßig wenig Miete. Sie lag unmittelbar in Uni-Nähe und der Weg zu Leonards KITA war nur ein Steinwurf entfernt. Bald werden die Kisten und Koffer gepackt, einige Gegenstände kommen auf den Sperrmüll. Der Abschied vom gemeinsamen Familienleben fällt mir besonders schwer.

Ich nehme Abschied von Freunden, Bekannten und netten Kommilitonen:

Man lernt im Laufe der Studienjahre eine Menge Menschen kennen, von denen man glaubt, dass man dauherhaften Kontakt zu ihnen hat. Wie das nunmal so ist, viele ziehen nach oder mitten im Studium fort und man verliert sich, trotz intensiver Bemühungen, aus den Augen. Von den noch übrig gebliebenen Freunden, Bekannten und Kommilitonen, die mir am Herzen liegen, möchte ich mich in den kommenden Wochen persönlich verabschieden, wenn es meine Stimmungslage zulässt.

30.08.14

Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 8 (Umzug nach Berlin)

Bezugnehmend auf Teil 4 (Umzug in eine neue Stadt) gibt es eine vorläufige Entscheidung zu verkünden. Ich werde Ende September für eine begrenzte Zeit zu meiner Schwester nach Berlin, in meine alte Heimatstadt, ziehen!

Die Trennung zwischen meiner Frau und mir, die Ende September auch räumlich stattfinden wird, hat leider auch Schwierigkeiten in der Entscheidung bezügl. der Städtewahl mit sich gebracht. Selbstverständlich möchte ich als Vater auch räumlich in der Nähe unseres Sohnes bleiben. Berlin ist nicht ganz so weit weg von Leonards neuer Bleibe. Das Pendeln an den Wochenenden werde ich gerne in Kauf nehmen und die genaue Ausgestaltung wird sich dann zeigen.

Ich werde den "Zwischenstopp" bei meiner Schwester dafür nutzen, eine Wohnung zu finden. Zur Zeit gibt es einige organisatorische Schwierigkeiten, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, die diesen Schritt notwendig machen. Es besteht nach einer gewissen Zeit durchaus die Möglichkeit in diejenige Stadt zu ziehen, in der Leonard und meine Frau wohnen, wenn ich dort eine Arbeit finde von der ich leben kann. Die Bewerbungen versende ich ab jetzt in beide Städte, denn das Erhalten einer Arbeitsstelle ist dringend notwendig.

Mein gedankliches Dilemma, das ich in diesem Blog mehrfach erwähnt habe, bleibt auch nach meiner vorläufigen Entscheidung bestehen. Wer wohnt nicht gern in derjenigen Stadt, in der sein Kind wohnt, damit er es möglichst oft sehen kann?
 
30.7.14
 
Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 7 (Parteiaustritt)

Die meisten meiner Blogleser, die mich persönlich kennen, wissen, dass ich jahrelang Mitglied einer Partei war. Diese Partei, deren Namen ich hier nicht nennen möchte, habe ich jetzt aus verschiedensten Gründen verlassen.

Hier einige Anmerkungen, die aber nur oberflächlicher Natur sind.

1. Ich bin nicht mehr derjenige Pascale, der ich vor wenigen Jahren war, denn ich habe mich weiterentwickelt. Somit haben sich auch Teile meiner politischen Anschauung verändert.

2. Wie ich auf dieser Internetseite schilderte, hat sich mein ganzes Leben komplett verändert und ich muss zusehen, diese Neuerungen positiv zu gestalten. Ich habe nicht mehr die nötige Lust und Energie mich parteipolitisch zu engagieren, weil ich mich in den kommenden Monaten voll auf mich und mein neues Leben konzentrieren muss.

Tiefergehende Beweggründe, warum ich diese Partei verlassen habe, möchte ich nicht nennen!

Seit meinem 14. Lebensjahr bin ich ein politisch denkender und interessierter Mensch, das wird sich auch nach meinem Parteiaustritt nicht ändern.

Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt nicht mehr parteipolitisch gebunden sein zu wollen. Am Ende meines Denkprozesses steht nun der Parteiaustritt.

Bis auf Weiteres werde ich diese Partei wählen, denn ich halte sie besonders auf Bundesebene für wichtig. Zu einer Mitgliedschaft gehört jedoch mehr als "nur" reine Symphatie.

Die meisten von Euch, meine nun ehemaligen Parteifreunde, werde ich nicht mehr wiedersehen, da ich diese Stadt bald verlassen werde. Trotz all den Umständen möchte ich ALLEN Kreisverbandsmitgliedern alles Gute wünschen.

Dieser Eintrag stellt eine Ankündigung dar und ist nicht Gegenstand einer Debatte. Jede Diskussion über meinen Austritt oder Ähnliches wird von mir sofort unterbunden! 

PS: Ich lade all diejenigen Kreisverbandsmitglieder ein, die nun den Weg auf meine Homepage gefunden haben, in meinem Internet-Tagebuch herumzustöbern. Wieviele Jahre kennt ihr mich? Nach dem Lesen des Tagebuches werdet ihr merken, dass ihr mich bisher gar nicht kanntet! Es gibt viel zu entdecken.

Viel Spaß:-) 
 
29.7.14
 
Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 6 (Meine veränderte Rolle als Vater).

Seit der Trennung mache ich mir Gedanken, wie wohl meine neue Rolle als Vater aussehen wird?

Im Moment wohnen wir noch zusammen. Die Familienstrukturen und -abläufe sind aus Leonards Sicht noch vorhanden. Doch irgendwann Ende September werden wir alle ein völlig verändertes Umfeld haben (neue Wohnung/neue Stadt usw.) und ein verändertes "Familienleben" beginnen zu leben. Leonard wird sehen, dass seine Mama und sein Papa nicht mehr zusammen in einer Wohnung leben und Papa z. B. auch nicht mehr jeden Abend mit am Abendbrotstisch sitzt. Am Abendbrotstisch sitze ich nur noch mit ihm allein in meiner neuen Wohnung, wenn er mal bei mir übernachtet.

Fakt ist, dass ich Leonard deutlich weniger sehen werde, als im Augenblick. Egal, in welche Stadt ich ziehen werde. Das tägliche Miteinander wird es ab Ende September leider nicht mehr geben, auch wenn ich natürlich versuchen werde, ihn so oft wie möglich zu sehen.

Die räumliche Trennung in verschiedene Wohnungen wird eine veränderte Vaterrolle gegenüber Leonard mit sich bringen, nicht weil ich es will, sondern weil es die Umstände so vorgeben. Es ist ein Unterschied, ob man nahezu täglich präsent ist oder "nur" wenige Tage in der Woche.

Somit schließt sich der Kreis wieder zu meinem Dilemma bezüglich der Städtewahl. Auf der einen Seite muss ich auch an mich denken, wie mir von fachkundiger Seite erläutert wurde. Ich muss in diejenige Stadt ziehen, in der ich mich am Wohlsten fühle. Denn wenn ich mich wohl fühle, überträgt sich das auch positiv auf Leonard. Er hat dann einen viel entspannteren Vater vor sich.

Aber was ist schon die "richtige" Entscheidung bezüglich der Städtewahl? Fühle ich mich in Berlin wieder wohl oder vielleicht doch in der anderen Stadt?

Selbstverständlich bin ich mit Stolz sowie größter Freude Leonards Vater und werde diese Rolle auch aktiv ausüben, aber ich bin kein "Familien-Vater" mehr d. h. Leonard erlebt mich (bis auf Geburtstage usw.) nicht mehr täglich mit seiner Mutter zusammen.

Wie wird ihn das verändern? 

Ich hoffe sehr, dass Leonard und ich die (im Vergleich zu jetzt) wenige Zeit verstärkt genießen werden. Die fachkundige Person sagte auch, dass ich nicht den Fehler machen sollte, wenn ich ihn sehe, ständig etwas BESONDERES mit ihm zu unternehmen. So kann es schnell passieren, dass man eine Art "Spaß-Papi" wird, der mit seinem Kind nur in den Zirkus usw. geht.

Ok, aber ist es nicht nachvollziehbar mit seinem Kind eine schöne Zeit verbringen zu wollen und zu erleben, wie es sich freut? Man muss halt versuchen einen Mittelweg zu finden.

Für Leonard werde ich, so oft es mir möglich ist, da sein. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass er diese vielen Neuerungen in seinem Leben (Trennung der Eltern/KITA/Neue Wohnung/Neue Stadt/Papa nicht mehr so oft da usw.) schnell annimmt und damit umgehen kann. Es wird sicher eine Weile dauern, bis er versteht, das er mich nicht mehr täglich sehen kann.

Ich bin sehr gespannt auf meine neue Rolle und werde diese Veränderung annehmen.

18.7.14

Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 5 (Ende Arbeitstätigkeit als Produktionshelfer und Arbeitssuche einer Bürostelle)

Freitag endete mein sechsmonatiges Arbeitsverhältnis mit einer Krankmeldung. Somit konnte ich den letzten Arbeitstag leider nicht bewerkstelligen.

Die letzten Monate haben mich sehr geprägt. Ich habe tiefe Einblicke in die "Welt der Produktion" erhalten und weiß nun, wie es in den Produktionsstätten ablaufen kann. Es geht dort nicht zimperlich zu. Schnelligkeit und Ausdauer sind wichtige Voraussetzungen, um in der Produktion bestehen zu können.

Ich muss die vielen Eindrücke und Erlebnisse erst einmal sacken lassen und verarbeiten, bevor ich eine Bewertung abgeben kann.

Wie geht es bei mir beruflich weiter? 

1. Mein Ziel ist es nach wie vor als Büroassistent arbeiten zu können, weil ich darin ausgebildet bin und ein fast abgeschlossenes BWL -Studium vorweisen kann.

2. Ich hoffe, dass ich relativ schnell eine Arbeitsstelle finde.

3. Ich bin bereit, sollte ich keine Bürostelle erhalten, den Gang in einen anderen Berufszweig zu wagen, wenn dazu eine Möglichkeit besteht.

4. Die Koordination Beruf/Kind ist wichtig, denn ich möchte Leonard ab Oktober möglichst oft sehen. Es finden sich immer Wege, um Beruf und Kind zu vereinbaren.

5. Während der nächsten Zeit werde ich sehr oft am PC sitzen, um Job-Börsen zu durchfosten und um Bewerbungen zu schreiben.

Die kommenden Monate werden zeigen, in welche Stadt ich ziehen und welche Arbeitsstelle ich antreten werde.
 
6.7.14
 
Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 4 (Umzug in eine neue Stadt)

Bezugnehmend auf Eintrag 561 (getrennte Wege), nannte ich zwei Varianten möglicher Wohnorte:

Variante1: Ich ziehe in diejenige Stadt, in der Frau und Leonard wohnen. Ich könnte somit in Leonards Nähe bleiben bzw. ihn öfter sehen.

Variante2: Ich ziehe nach Berlin. Dort bin auch aufgewachsen und ich fühle mich mit dieser Stadt emotional verbunden.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Die Entfernung zwischen beiden Varianten beträgt ca. 2 Stunden mit dem Bus.

Nachteil Variante1: Diese Stadt ist zwar sehr schön, aber bis auf Frau und Kind bin ich dort völlig fremd. Und meine Frau wird bald beginnen ihr eigenes Leben dort zu leben. Ich müsste mir einen eigenen Freundeskreis aufbauen. Das war schon schwer, als ich von Berlin aus in diese Stadt hier zog, in der wir jetzt leben. Ich hätte mir ohne Vorbehalt vorstellen können, mit der Familie gemeinsam in dieser Stadt zu leben. Es ist jedoch ein Unterschied, wenn ich völlig allein dort wohne. Nichtsdestotrotz bleibt diese Variante eine Option, denn vielleicht lebe ich mich schnell ein? 

Nachteil Variante2: Ich könnte Leoanrd nicht ganz so oft sehen und ich müsste an den Wochenenden pendeln. Das Pendeln an den Wochenenden wäre kein Problem, denn ich möchte ja Leonard sehen, dennoch wäre der organisatorische Aufwand höher als in Varinate1. Sollte ich in Berlin schnell eine Arbeit finden, wäre ein Treffen mit Leonard innerhalb der Woche extrem schwierig und es würde sich fast ausschließlich auf die Wochenenden konzentrieren.

Ich befinde mich bezüglich Wohnort in einem Dilemma! Im Moment steht die Wahl zwischen beiden Städten bei 50 zu 50.

Die Entscheidung hängt von Faktoren ab, die ich noch nicht einschätzen kann. Zur Zeit suche ich in beiden Städten nach Wohnungen und Jobs bzw. fange damit in den nächsten Wochen intensiv an. Im Moment befinde ich mich noch im "Recherche-Modus" nach einer Wohnung und geeigneter Arbeit.

Im Notfall könnte ich vorübergehend bei meiner Schwester unterkommen und dann von dort aus in beiden Städten nach Job und Wohnung suchen.

Meine Frau und ich möchten versuchen, die Umzüge gemeinsam durchzuführen, um Aufwand zu sparen. Die Umzüge werden im Spätsommer bzw. Herbst stattfinden. Ein genaues Datum steht noch nicht fest. Ich halte Euch diesbezüglich auf dem Laufenden.

In meinem Leben stehen die Zeichen auf Neuanfang und Veränderungen.
 
27.5.14
 
Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 3 (Getrennte Wege)

Diese Ankündigung ist die schmerzhafteste, seit dieser Blog besteht: Meine Frau und ich gehen seit kurzer Zeit getrennte Wege!

Ich möchte jedoch hervorheben, dass unsere Trennung selbstverständlich im Guten ist, besonders im Hinblick auf unseren Sohn Leonard. Fragen wie: "Pascale, wie kam es zu Eurer Trennung?" werde ich hier nicht beantworten.

Somit wird es im Spätsommer 2 Umzüge geben (Bis dahin wohnen wir zusammen):

Variante1: Ich ziehe in diejenige Stadt, in die Frau und Kind ziehen.

Variante2: Ich ziehe wieder nach Berlin, in meine alte Heimatstadt. Die Entfernung zwischen Variante 1 beträgt ca. 2 Stunden mit dem Bus.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile und hängen von mehreren Faktoren ab, die im Moment nur schwer abschätzbar sind. Mir fällt es nicht ganz leicht die organisatorischen Angelegenheiten (Wohnungs- und Jobsuche) aus der aktuellen Vollzeichtbeschäftigung heraus zu planen. Wir versuchen die Umzüge möglichst zusammen zu organisieren und durchzuführen.

Die Nüchternheit und Sachlichkeit meiner Formulierungen soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mir emotional nicht gut geht!
 
17.5.14
 
Wenn Dinge ins Rutschen geraten

Teil 2 (Erfolgloses Studienende)

Wie ich bereits hier in meinem Blog mehrfach erwähnte, bin ich (vorerst) in meinem BWL-Studium gescheitert. Das Studium war bis auf die Klausuren Wirtschaftsenglisch und Statistik fertig, sogar die Bachelor-Arbeit hatte ich bestanden.

In diesen beiden Klausuren war ich jeweils im letzten Prüfungsversuch.

Ohne ins Detail gehen zu wollen: Meine Widersprüche gegen die Bewertungen wurden abgelehnt. Nun läuft eine Klage gegen diese Ablehung. Aufgrund der Umstände, auf die ich nicht näher eingehen möchte, besteht eine kleine Möglichkeit, dass die Klage Erfolg haben könnte.

Da ich jedoch kein Träumer bin, habe ich mich innerlich mit diesem Zustand des Scheiterns abgefunden. Natürlich freue ich mich sehr, wenn meine Klage Erfolg haben sollte.

In mir ist eine Welt zusammengebrochen! Obwohl mein Studium sehr lange dauerte (Umstände habe ich in meinem Blog ausführlich beschrieben z. B. im Eintrag 300), hatte ich dennoch auf ein Studienerfolg gebaut. Jetzt muss ich leider mit den negativen Konsequenzen leben. 

Mein erfolgloses Studienende ist nur eine Station vieler großer und kleiner Umbrüche, die stattgefunden haben bzw. im Moment stattfinden und deren Ausmaß sich für mich erst in den kommenden Jahren zeigen wird. Obwohl ich aktuell eine Stelle als Produktionshelfer ausübe, wird es nicht leicht sein, sich wieder auf Bürostellen zu bewerben bzw. eine ähnliche Stelle als Produktionshelfer nach dem großen Umzug zu bekommen.

Die Bewerbungsphase auf Stellen für den Spätsommer wird sehr bald beginnen.
 
8.5.14
 
Wenn Dinge ins Rutschen geraten.

Teil 1 (Vorwort)

Es gab Epochen in einem Leben, in denen ich glaubte und mir erhoffte, alles würde so (stabil) bleiben, wie es ist. Doch die Umwelt und ich wirkten mit unserer Dynamik unaufhörlich auf diesen bestehenden Zustand ein, sodass schöne oder erstrebenswerte Verhältnisse in meinem Leben ins Rutschen kamen. Mir steht eine veränderungsreiche Epoche wieder bevor!

Beispiele von (negativen) Veränderungen, die mein Leben geprägt haben, erfahrt ihr in den nachfolgenden Teilen. Der 2. Teil wird von meinem gescheiterten Studium handeln.

Manchmal wollte ich mich dem sogenannten "Stein, der ins Rollen kam", in den Weg stellen oder ihn anhalten, doch naturgemäß nahmen die Dinge ihren eigenen Lauf, weil plötzlich vieles eine Eigendynamik entwickelte, auf die man nur begrenzt einen Einfluss hatte. Immer, wenn ich einen Zustand "festhalten" wollte, verhielt er sich wie ein nasses Stück Seife, nach dem man schnell greifen möchte, damit es nicht herunterfällt.

Rückblickend betrachtet gab es manche Ereignisse in meinem Leben, in denen ich mir wünschte, ich hätte mich anders (besser) verhalten.

(Fortsetzung folgt...)
 
2.5.14
 
Rückblick 1 (Tod meines Vaters vor 25 Jahren am 5.8.89 um 01.05 Uhr).

Im August vor 25 Jahren starb mein Vater nach langer und schwerer Alkohlkrankheit. Seine Sucht war für die ganze Familie ein zerstörerischer Prozess, der in seinem Tod endete.

Ich möchte meine Gedanken nur kurz zusammenfassen:

Mein Vater war ein sehr charismatischer und geselliger Mensch. Er konnte mit seiner Redegewandheit sämtliche Feierlichkeiten zum Lachen bringen und war ein guter Witzeerzähler. Kam er einmal ins Reden, hingen viele Menschen förmlich an seinen Lippen und erfreuten sich an seiner lustigen Art.

In seiner Kindheit war er Torhüter in einer kleinen Fussballmannschaft und Mittelpunkt des Teams. Später war er Einkäufer und Abteilungsleiter einer bekannten Warenhausfiliale und wurde Anfang der 80ér Opfer einer Entlassungswelle.

Sein Arbeitsplatz hatte ihm in seiner latenten Trunksucht noch Struktur gegeben. Mein Vater hatte mit ihm eine Aufgabe im Leben, denn er definierte sich über Arbeit. All das brach plötzlich weg. Viele Freunde kehrten ihm schrittweise den Rücken, weil er auf der einen Seite nun nicht mehr das große Geld für Grillpartys hatte, die oft auf unserer Terrasse stattfanden und weil er auf der anderen Seite vermehrt verbal ausfallend wurde, wenn er betrunken war.

Mein Vater hatte einen anderen, verheerenden Charakterzug, der in Kombination mit Alkohl gefährlich ist, nämlich Melancholie und Selbstmitleid:

Wie oft saß er an Familientagen z. B. Weihnachten, weinend und betrunken auf dem Sofa und hörte traurige Musik! Tränen und Traurigkeit waren fester Bestandteil seines Lebens. Kinder müssen zwar lernen, dass ihre Eltern auch weinen, den Tränen gehören zum Leben dazu. Bei ihm war dieser Zustand sehr ausgeprägt. Ich fühlte mich als kleiner Junge oft hilflos, wenn mein Vater zu weinen begann.

Obwohl ich oft enttäuscht und traurig über seine Trinkgewohnheiten war und diesbezüglich einen Groll auf ihn hatte, war er mein Vater. Ich liebte ihn vom ganzen Herzen.

Die letzten Jahre bis zu seinem Tod waren geprägt von...

Peinlichkeiten, weil er einen bloßstellen konnte und anderen Menschen gegenüber ausfällig wurde. Oft schämte ich mich für ihn, wenn er mich betrunken von der Schule abgholt hatte.

Wie oft habe ich ihn verleugnet oder für ihn gelogen, um ihn zu schützen, wenn er betrunken auf dem Sofa lag!

Wie oft sammelte ich in der U-Bahn oder auf den Straßen sein Kleingeld wieder ein, weil er ständig auf den Boden fiel!

Wie oft trug ich ihn nach Hause, meinen hilflosen, aber geliebten Vater!!!

Sorge, weil er in seinen Stimmungen unberechenbar war und man nicht wusste, wann er nach Hause kommt. Oft kam er erst nach Tagen von einer Sauftour wieder. Er lag dann ein oder zwei Tage auf dem Sofa mitten im Wohnzimmer und kurierte sich aus, bis er wieder los zog.

Hoffnungen, weil er immer sagte, dass er bald mit dem Trinken aufhören würde. Als Kind vertraut man auf diese Worte, die er aber aufgrund seiner Krankheit nicht einhalten konnte. Er war ein kranker Mann und konnte seine Versprechen nicht halten. Eine Entziehungskur wollte er nicht machen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich bei Spaziergängen mit ihm und unserem Hund "Tapsy" durch Überredungskünste versuchte ihn von Kneipen fernzuhalten, die auf dem Weg lagen. Er "lockte" mich immer mit "5 Mark" für den Flipper und versprach mir, dass wir in EINER STUNDE wieder gehen. Meistens waren es dann 4 oder 5 Stunden.

Wut auf ihn, weil die ständig gebrochenen Versprechen in mir Traurigkeit und Frust auslösten.

Ende der Aufzählung.

Seit Ende der 70'er war er fast täglich angetrunken oder im Vollrausch. Unterbrochen waren seine Trinkphasen nur dann, wenn er ausnüchterte, im Krankenhaus lag oder es ihm krampfhaft gelang einige Wochen am Stück nicht zu trinken. In diesen Zeiten ohne Alkohol hatte ich die oben beschriebenen Hoffnungen.

Mein Vater konnte zwar beleidigend werden und beim Einkaufen im Supermarkt im Vollrausch in die Regale fallen, er war uns gegenüber jedoch nie gewaltätig!

Die letzten zwei Jahre waren geprägt von körperlichen Symptomen und Zerfallserscheinungen durch eine schwere Lebererkrankung. Er benötige sehr lange, bis er eine Treppe hochstieg. Gelegentlich strömte aus ihm viel Blut, weil sämtliche Adern platzten. Mehr möchte ich jetzt hier nicht schreiben. Diese Bilder werde ich nie vergessen!!!

Die letzten Tage vor seinem Tod war ich bei meiner Oma. Meine Mutter und mein Vater fuhren mich zu ihr hin und wollten mich nach 2 Wochen wieder abholen. 

Mein Vater konnte kaum noch laufen, obwohl er nüchtern war. Seine Arme und Beine waren abgemagert, obwohl er immer ein rundlicher Typ war. Er hatte eine Art "Bauchwasser". Ich weiß nicht warum, aber in meiner kindlichen Naivität fand ich das komisch und machte mich über ihn lustig. 

Meine Eltern fuhren wieder nach Berlin. Ich rief nach zwei Tagen an und wollte meinen Vater sprechen, doch meine Mutter sagte, es würde nicht gehen. Er lag im Wohnzimmer, sein Todeskampf hatte bereits begonnen! Kurz darauf fiel er ins Koma, wurde mit einem Rettungswagen  ins Krankenhaus gefahren und einige Stunden später war er Tod. Meine Mutter rief irgendwann nachts bei meiner Oma an und erzählte mir diese Nachricht. Monate später erfuhr ich, dass seine letzten Stunden vor dem Koma qualvoll waren.

Die darauffolgenden Tage waren von Tränen und Angst geprägt. Meine Oma und ich fuhren nach Berlin und ein paar Tage später fand die Beerdigung statt.

Ich war 15 Jahre alt, als er verstarb. Leider konnte ich von ihm kein Abschied mehr nehmen. Mir fehlte die Weitsicht zu erkennen, dass es schon ein Jahr vor seinem Tod zu spät war.

Plötzlich war ich vaterlos. Ich habe ihn stets geliebt, auch wenn er nicht immer ein glänzendes Vorbild war. Mein Vater war grundsätzlich ein großzügiger Mensch, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Manchmal sagte er, sinngemäß: "Pascale, geh doch mal ins Schwimmbad. Hier hast du 2 Mark und kauf dir ein Eis, es ist Sommer." Wenn er nüchtern war, ist er ein wunderbarer Vater gewesen. Ich hatte Respekt vor ihm. Er gab mir das Gefühl, dass ich meine Kindheit ausleben darf sowie herumtoben und spielen gehen soll. Ich sollte nur nicht übertreiben. Sein Standardspruch, wenn ich zu sehr herumgetobte, war: "Pascale, im RAHMEN, alles im RAHMEN!". Das "RAHMEN" hat er immer so lustig betont, dennoch verstand ich es und habe seine Grenzsetzung akzeptiert. Bis heute bewundere ich seine Gratwanderung "Fünfe gerade sein zu lassen" und dennoch respektvoll aufzutreten, wenn ich es übertrieben hatte.

Komischerweise habe ich mich viele Jahre später immer dabei erwischt, wie ich mir "Ersatzvaterfiguren" gesucht hatte. Es waren meistens Väter von Freunden, die mir imponierten. Diese Ersatzväter taugten aber dauerhaft nicht viel, denn der DRANG seinen EIGENEN Vater sehen zu wollen, kann grenzenlos sein! Meiner letzten Ersatzvaterfigur, der ich bis heute treu geblieben bin, ist mein väterlicher Freund, der hier in S. wohnt. Er ähnelt meinem Vater nicht viel in seinem Charakter, er verkörpert jedoch Wünsche von mir, die ich in einem Vater gern gesehen hätte.

Mein Vater hörte gern Schlager aus den 50'ern-80'ern und war Elvis-Fan. Außerdem liebte er Freddy Quinn, die Egerländer und das "Kufsteinlied". Grundsätzlich ist er ein konservativer Mensch gewesen, mit einigen rebellischen Ansätzen.

Seine Liebingsworte -sprüche waren:

"Mach keine Wippchen" (Wenn ich zu waghalsig wurde)

"Was sind das für Fisimatenten?" (Unsinn)

"Mach keinen Trajauckel" (Unsinn)

"Was ist das für Indianermusik?" (Bezogen auf meinen Musikgeschmack)

"Alles im Rahmen" (siehe oben)

"Dr. Dr. Dr. phil" (Wenn er sich über einen Wichtigtuer lustig machte)

Diese Worte klingen nur dann lustig, wenn man den Zusammenhang kennt, in dem er sie sagte. Mein Vater hatte einen trockenen Humor, sprach somit alles ernst aus und verzog dabei keine Miene, wenn er spaßig wurde. Ein Witz war nur indirekt erkennbar. Weiterhin betonte er stets das ST z. B. bei Stein und das SP z. B. bei spielen

Sein Tod hat mich bis zum heutigen Tag geprägt. Oft frage ich mich, wie mein Leben mit ihm verlaufen wäre ohne seine Trunksucht. Im Oktober wäre er "erst" 75 Jahre alt geworden. Leonard hätte somit einen zweiten Opa gehabt. 

Einige Fotos von ihm (mit mir zusammen) findet ihr in der "Fotogalerie" 4 und 5.

6./7. August 2014

PS: Anbei noch einmal meine Gedichte, die ich vor vielen Jahren über ihn geschrieben habe, um diesen Rückblick abzurunden.

 

Im Abendglanz.

Geschwollene Augen sehen nach oben

in die untergehende Sonne.

Wolken rötlich gefärbt.

Hände zittern.

Wieder hatte er den Inhalt des Glases

verschüttet bei dem Versuch zu trinken.

Aufstehen kann er nicht.

Es fällt ihm schwer.

Er steht mitten im Leben und

doch neigen sich seine letzten Tage

dem Ende entgegen.

Er weiß es.

Gesicht aufgedunsen.

Krämpfe am ganzen Körper

werden gelindert bei einem

erneuten Schluck aus dem Glas.

So viel hätte er gern noch gesehen

und gesagt.

Niemand verstand ihn.

Hilfe wollte er nicht.

Er wollte sich bei seiner Frau

entschuldigen für die

letzten Ehejahre.

Seinen Kindern wollte er noch einen

Abschiedskuss geben,

doch sie waren nicht da.

Er wird beide nicht mehr sehen.

Die nächste Begegnung mit

ihnen wird auf dem Friedhof sein.

 

Gewidmet meinem Vater (1939-1989)

Pascale A.

30.08.2001


Vaterlos.

Väterlicher Nähe,

beerdigt als ich 15 Jahre war.

Träume verbrannt.

Hoffnungen ertrunken.

Der Frühling liegt mit ihm begraben

unter schwarzen Rosen,

die Herbststürme mit ins Land

der Einsamkeit wehten.

Glühende Sehnsucht nach eisiger Ferne.

Sein Schatten ist immer bei mir.

Meinen sehe ich nicht.

Suchen kann ich im Staub meiner Wüste.

Finden werde ich ihn nie.

Mit ihm spricht die Brandung meines Herzens.

Erinnerung verblutet auf dem Weg in die Vergangenheit.

Alles, was von ihm in mir übrig blieb, ist kalte Leere.

Gespräch ist zu einem Gebet verkommen.

Mein einziger Gang zu ihm ist ein Besuch auf dem Friedhof.

Letzter Weg ihm Liebe zu zeigen ist ein Kniefall vor seinem Grab.

Alles, was ich von meinem Vater noch habe, ist nichts.

01.09.2001

Pascale A.

Rückblick 2 (Berliner Mauerfall vor 25 Jahren).

In wenigen Tagen nähert sich der Berliner Mauerfall zum 25 Mal. Es ist an der Zeit für einen kurzen Rückblick meiner Erlebnisse. Diesen Eintrag hatte ich vor vielen Jahren schon einmal gepostet. Er ist unter "Erlebnisse" zu finden.

"Mein" 09. November 1989

Früh morgens wurde ich wach, denn der 9.11. war  ein gewöhnlicher Schultag. Ich schaltete den Fernseher ein und sah eine "Liveübertragung" von der Berliner Mauer, was für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich war.  So eine Art "Frühstücksfernsehen" gab es zu dieser Zeit noch nicht. Zehntausende Menschen standen jubelnd an den Grenzübergängen und um die Berliner Mauer herum, viele tanzten mit Sekt auf der Mauer. Ich war euphorisiert, lief zu meiner Mutter ins Schlafzimmer und weckte sie. Wir saßen dann vor dem Fernseher und waren fassungslos.

Das sich etwas in der ehemaligen DDR bewegte, war ja vorher schon bekannt. Viele tausend DDR-Bürger flohen Tage und Wochen vorher über Ungarn-Österreich in die Bundesrepublik. Dennoch war nicht im Geringsten absehbar, dass die Mauer auf diese Weise fallen würde. In den nächsten Tagen war Berlin-West im Ausnahmezustand. Hunderttausende Menschen sowohl aus Ost-Berlin und West-Berlin, die anderen aus der übrigen DDR und auch Touristen, die sich das Spektakel ansehen wollten, bevölkerten die Strassen und U-Bahnen. Alles stand still, überall Stau, Kaufhäuser und Bahnhöfe wurden wegen Überfüllung geschlossen. Am Kurfürstendamm und Umgebung fuhr kein Auto mehr. Menschenmengen, soweit das Auge reichte.

In diesen Tagen war das Unmögliche möglich geworden und ich war wie elektrisiert. Man kann es sich heute gar nicht mehr vorstellen oder jemanden erzählen, der es nicht miterlebt hat: An dieser Mauer war die "Welt zuende"! Kein Durchkommen ohne Schüsse gegen die DDR-Bürger bzw. oft stundenlanges Warten an den Grenzübergängen für die BRD-Bürger oder wenn man als West-Berliner über die Transitstrecke nach West-Deutschland wollte. Und dann tanzten Menschen auf der Mauer rum und die Grenzsoldaten waren wie gelähmt? Das war UNVORSTELLBAR! Fremde lagen sich vor Freude weinend in den Armen, sangen, klatschen und tobten vor Freude. Diese Bilder werde ich nie vergessen. Noch heute bekomme ich Gänsehaut, wenn ich Berichte über den Mauerfall im Fernsehen sehe. Und das Komische ist, man kann einem Menschen, der damals nicht in West-Berlin gewohnt hat, nicht klar machen, was das Besondere an der "Insellage" war. Dieses aussergewöhnliche Gefühl in West-Berlin zu leben, war einmalig.

Ich wünschte mir heute, jeder Einwohner dieses Landes hätte diese "Magie" fühlen können, die sich am 9. November und den darauffolgenden Tagen in Berlin abgespielt hatte. Ein Einwohner z.B. aus Bayern hat ja vom Mauerfall emotional nichts mitbekommen, außer die Bilder im Fernsehen. Heute ist alles so normal und selbstverständlich geworden, man fährt über die ehemalige Grenze, als ob nie etwas gewesen wäre.

Auf der einen Seite ist es ja schön, dass die Dinge so selbstverständlich sind, aber auf der anderen Seite ist das offensichtliche Vergessen eines solchen Ereignisses schon sehr merkwürdig. Leider war auch mein Gefühl, dass es nach einigen Wochen nur noch genervt hat, dass man stundenlang irgendwo warten musste, weil die Menschenmassen weiterhin nach West-Berlin strömten. Aus Freude wurde im Laufe der Zeit Gleichgültigkeit gegenüber den Folgen des Mauerfalls, denn der Alltag und die Bewegungsfreiheit war durch die Menschenmassen stark eingeschränkt. Es gab auch viele Dinge nicht mehr zu kaufen, weil gar nicht soviel produziert und geliefert werden konnte, wie gekauft wurde.

Heute hört man, dass die Mauer eigentlich in dieser Art nur aufgrund eines Missverständnisses im Politbüro gefallen war. Denn das sich zehntausende Menschen auf die Grenze zubewegten und ungehindert in den Westen strömten, war von der SED-Führung so nicht geplant gewesen. Die Ausreise sollte vereinfacht werden, das war die Grundplanung. Aber was Schabowski (Schreibweise?) da auf einer Pressekonferenz vorgelesen hat und so in einem Nebensatz erwähnte, war wohl in der Umsetzung anders gedacht gewesen. Die Menschen probierten es einfach aus und liefen auf die Mauer zu.

Was hab ich aus dieser Geschichte gelernt? Erstens, das sich Verhältnisse jeder Zeit ändern können und zwar schneller, als man sich vorstellen kann. Und das gilt in jeder Lebenslage.

Zweitens, das nichts im Leben von ewiger Dauer ist. Das kann für eine eine Mauer gelten oder die Erinnerung im Allgemeinen.

Drittens, das es unmöglich ist, Emotionen an die Nachwelt weiterzugeben.

Viertens, das Menschen Ereignisse im Laufe der Zeit einfach vergessen oder anders bewerten, als  sie  in einem gewissen Moment erlebt wurden.

Fünftens, das jeder Moment einmalig ist und so, wie er gelebt und gefühlt wurde, nicht wieder kommt. Die Zeit ist wie ein "Zug", der nur einmal an jeder Station hält. Fragt mich nicht warum, aber im Grunde liegt da für mich etwas Tragisches.

Geschrieben: März 2008





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