Menüleiste/Kategorien

 



  Startseite
    - Alltägliches
    - Notizen
    - Papazeit
    - Ein bisschen Ich
    - Erlebnisse
    - Interviews
    - Gastbeiträge
  Über...
  Archiv
  Blogwegweiser
  Terminplaner bis 2014
  Meine Ziele
  Kindheit/Jugend
  Lebenswendepunkte1
  Lebenswendepunkte2
  Lebenswendepunkte3
  Fotogalerie 1
  Fotogalerie 2
  Fotogalerie 3
  Fotogalerie 4 (2016)
  Fotogalerie 5 (ab 2017)
  Fotogalerie 6 (Pascale als Kind)
  Fotogalerie 7 (Pascale als Kind)
  Meine Bachelorarbeit
  Meine Gedichte 1
  Meine Gedichte 2
  Meine Gedichte 3
  Meine Gedichte 4
  Meine Gedichte 5
  Meine Gedichte 6
  Grundsätzliches zu meinen Gedichten
  Rechtliches zu meinem Blog
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Freunde
   
    motherfucking.live

   
    karlilotta

   
    poemataclara

   
    einfachlilly

    deko-deko
   
    nickyfee

   
    bmsmile

   
    invisible---girl

   
    eliumdiewelt

    - mehr Freunde




  Links
   - Mein neues Online-Tagebuch (ab Juni 2018)
   - Eine Familie auf Herzensreise
   - Pastellpink.com





https://myblog.de/pascale1974

Gratis bloggen bei
myblog.de





- Interview 7

Oktober/November 2011

Hallo Pascale! Gratulation zur Geburt Deines Sohnes: Vielen Dank!

Wie ist die Geburt verlaufen? Bei meiner Freundin waren die ersten körperlichen Symptome am 02.10. früh morgens spürbar. Die Geburt endete am 03.10., ebenfalls früh morgens. In diesen rund 24 Stunden ist viel passiert. Ich habe völlig neue Eindrücke gewonnen, die mein Leben verändert haben! Die Geburt ist ohne große Komplikationen verlaufen. Wir sind froh darüber, dass die Geburt am 03.10. stattfand, denn wer die Biographie meiner Freundin und mir kennt, weiß was ich meine.

Du warst also die ganze Zeit dabei? Ja, bis auf ganz kurze zeitliche Unterbrechungen. Niemand wusste, ob es in einer Stunde losgeht oder erst nach einem Tag. Daher bin ich fast die ganze Zeit im Krankenhaus geblieben. Ein sehr guter Freund von mir hat uns ins Krankenhaus gefahren und mich während des ganzen Tages ein oder zwei Mal durch die Gegend gegondelt, weil ich noch ein paar Sachen aus der Wohnung ins Krankenhaus bringen musste.

Welche neuen Eindrücke hast Du gewonnen? Und was genau hat sich durch diese Eindrücke in Deinem Leben verändert? Mir ist noch nie in meinem Leben bewusst geworden, das in einem Krankenhaus mit Geburtsstation Leben und Tod, Freude und Leid oder Hoffnung und Enttäuschung so dicht zusammenliegen. In der einen Ecke des Krankenhauses weinten einige Menschen ganz bitterlich, weil ein Anghöriger offenbar eine schlechte Diagnose bekommen hatte, aber wenige Meter weiter wurde heiter gelacht, weil ein Kind neu geboren wurde. Diese räumliche Nähe zwischen diesen extremen Gefühlswelten, die ein Mensch erleben kann, hat mich nachdenklich gestimmt und zutiefst beeindruckt, weil ich sie zum ersten Mal in dieser Form bewusst erlebt habe.

Dann stehst Du als Mann viele Stunden im Kreißsaal, hälst Deiner Freundin und der Mutter Deines Kindes den halben Tag die Hand und durchlebst mit ihr alle emotionalen Punkte einer Geburt. Auf einmal geht alles scheinbar ganz schnell. Hebammen, Schwestern und Ärzte rennen durch den Raum und nach einer Stunde schreit die Stimme Deines Kindes laut durch den Kreißsaal, das hat mich zutiefst berührt!

Wie hast Du die Stunden im Kreißsaal erlebt? Die Geburt selbst, also seit dem ich das kleine Köpfchen gesehen habe, war DAS schönste Erlebnis in meinem bisheringen Leben. Die Stunden vor der Geburt waren eher von "Sorge" geprägt, ob alles gut verläuft. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich als Vater im Kreißsaal dem Fachpersonal nur im Weg herumstehe. Egal an welcher Stelle des Raumes ich stand, nach ein paar Minuten wollte immer irgendjemand an ein Schrank oder Regal heran und ich musste mich immer von A nach B bewegen. Ich habe meine Freundin so gut es geht während der gesamten Geburtsphase unterstützt und ihr beispielsweise Wasser und Essen gereicht oder ihr die Hand gehalten. Natürlich durfte ich als Vater am Ende die Nabelschnur mit der Schere durchtrennen.

Und wie verliefen die Tage nach der Geburt? Meine Freundin und mein Sohn blieben noch ein paar Tage im Krankenhaus. Die ersten Tage zu dritt nach der Geburt waren natürlich eine Umstellung, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Alles im Leben wird neu definiert, bekommt eine andere Bedeutung und muss sich einpendeln. Inzwischen haben wir den gesamten Tagesablauf gut strukturiert und unserem Sohnemann angepasst. Die ersten Tage blieben wir zuhause, weil das Wetter regnerisch war. Wir gehen aber fast jeden Tag mit unserem Kind spazieren, wenn das Wetter es zulässt.

Gibt es durch die Geburt weitere Veränderungen in Deinem Leben? Ja, definitiv! Mir ist wieder bewusst geworden, dass es Episoden im Leben gibt, in denen sich viele Dinge grundlegend und schnell verändern. Ich bin bisher sehr gut in meine neue Vaterrolle hineingewachsen und behaupte einfach mal, dass ich gegenüber meinem Kind fürsorglich bin. Ich freue mich mit ihm, wenn er große und kleine Entwicklungsprozesse in seinem Leben durchmacht. Er lächelt oft im Schlaf und ist eher ein ruhiges Kind. Ich freue mich auf die Herausforderung, ein Vater zu sein! Da meine Freundin und ich nun Eltern sind, gibt es auch als Paar neue Herausforderungen, die wir aber gut bewältigen. Weiterhin hat sich selbstverständlich mein Schlafrhythmus stark verändert, denn ich schlafe im Durchschnitt nur noch 5 Stunden am Tag. Das Interessante daran ist, dass ich es vorher nie für möglich gehalten habe, mit so wenig Schlaf auszukommen, aber es klappt bisher ganz gut.

Eine weitere Veränderung liegt in meiner "Spontanität". Dieses Wort habe ich vorerst aus meinem Wortschatz streichen müssen. Ich kann nicht wie früher mal eben schnell irgendwo hinfahren oder jemanden besuchen. Das geht jetzt nur noch nach Terminabsprache. Jede Person, die auch ein Kind zu betreuen hat, weiß, was ich meine!

Außerdem versuche ich der Gegenwart mehr Gewicht zu verleihen. Ich lebe mehr im Hier, Jetzt und Heute, als früher. Vor wenigen Jahren habe ich mehr in der Vergangenheit gelebt. Sicherlich lohnt manchmal ein Blick in meine Vergangenheit, um Sachverhalte zu reflektieren und aus positiven und negativen Ereignissen zu lernen. Und auch ein planvoller Blick in die Zukunft ist wichtig. Dennoch versuche ich mich nicht verrückt zu machen, was eventuell alles passieren kann.

Wie seid ihr auf den Namen Deines Kindes gekommen? Eines Tages hat mir meine Freundin den Namen "Leonard" vorgeschlagen. Sie hatte den Namen "Lennard" irgendwo gelesen und mir von dem Gedanken erzählt. Anfangs war ich von "Leonard" wenig begeistert, doch nach einigen Tagen brannte sich dieser Name in mein Gedächtnis ein! Ich fand den Namen dann sehr schön und schlug ihr vor, diesen Namen mit einem kurzen Namen vorweg zu ergänzen. Nach vielen Überlegungen kamen wir auf "Paul", ein klassischer und wohlklingender Name. Und Paul Leonard klingt extrem schön, wie ich finde. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Name kein Doppelname ist, sein Rufname ist Leonard! Wir haben zwar viele Vorschläge überlegt und uns auch ein Namensbuch ausgeliehen, aber ein anderer Name hat uns nicht vom Hocker gerissen.

Wie verhält sich Deine Familie? Alle freuen sich ausnahmslos über unseren Familiennachwuchs! Außerdem gibt es gute Ratschläge und viel tatkräftige Unterstützung.

Wie reagiert Dein Freundes- und Bekanntenkreis auf Dein Kind? Mein Kind ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis bisher sehr gut aufgenommen worden bzw. die Tatsache, das ich ein Kind habe, wurde positiv zur Kenntnis genommen. Aber soviele Leute haben unseren Sohn aus Zeitgründen noch gar nicht sehen können. Uns haben sehr viele Glückwünsche und Geschenke erreicht, für die ich mich nochmals ganz herzlich bedanken möchte! Mir ist aber in verschiedenen Gesprächen (nicht mit Freunden oder Bekannten) immer wieder Verwunderung entgegen gekommen, warum man ein Kind in die Welt setzen möchte bzw. ich kam in die Rechtfertigungsrolle. Das passiert mir nicht noch einmal, denn mein Gegenstatement lautet jetzt immer: "Frage ich nach, warum Du kein Kind in die Welt setzen möchtest?". Leider ist es so, dass Kinder im Stadtbild immer weniger häufig sichtbar sind. Viele Leute beklagen den Geburtenrückgang, doch diejenigen Menschen, die sich für Kinder entscheiden, sollen sich noch erklären? Nö, nicht mit mir! Für mich ist es mit das Natürlichste der Welt ein Kind zu haben.

Hast Du noch viel Zeit für Deine Freunde und Bekannte? Nein, leider nicht. Wie ich schon erwähnt habe, kann ich nicht mehr spontan irgendwo auf eine Feier gehen. Mal davon abgesehen, dass ich keine große Lust mehr auf die Feierei habe, ist die Akzeptanz bei einigen Freunden und Bekannten darüber, dass ich mich nur noch selten melden kann und wenig "Freizeit" habe, nicht sehr groß. Manche Leute, die selbst keine Kinder haben, unterschätzen den Zeitaufwand der Betreuung, den ein kleines Kind benötigt. Mein Kind geht nun mal vor und wer ein guter Freund ist, wird das auch verstehen! Selbstverständlich werde ich mich dennoch ab und zu mit Freunden und Bekannten treffen, denn meine sozialen Kontakte sollen ja nicht verloren gehen. Die Treffen werden nur deutlich seltener stattfinden und zeitlich kürzer ausfallen.

Wie sieht ein typischer Tag in Eurer Dreierfamilie aus? Meine Freundin und ich versuchen den Tag eine gewisse zeitliche Strukur zu geben, also das Aufstehen und Insbettgehen zu festen Zeiten durchzuführen. Aber vieles hängt vom Schlafrhythmus unseres Sohnes ab, den man in den ersten Lebensmonaten wenig beeinflussen kann. Ein Großteil des Tages nimmt das Stillen ein. In der Regel hat unser Sohnemann alle 2 Stunden großen Hunger. Die "Stillprozedur" dauert zwischen 30-60 Minuten, je nach Hungerbedarf des Kleinen. Anschließend werden die Windeln gewechselt. Manchmal schläft er nach dem Essen, manchmal möchte er beschäftig werden. Meistens dauert das Einschlafen sehr lange und er möchte, dass man ihm ein Kinderlied vorsummt. Der Haushalt und das Studium müssen nebenbei auch erledigt werden. Deswegen habe ich, wie oben geschildert, deutlich weniger Zeit für Freunde und Bekannte.

Wie gefällt Dir Deine neue Rolle als Papa und Familienvater? Wie schon erwähnt, im Moment ändert sich vieles in meinem Leben. Mir gefällt die neue Rolle sehr gut, denn ich freue mich darauf, meinem Sohn in jeder Lebensphase Dinge beibringen zu können (sprechen, lesen, schreiben u.v.m.) bzw. ihn bei diesen Prozessen zu unterstützen. Außerdem kann ich auch von meinem Kind lernen, denn er fordert auch Zeit und Energie von mir ein, die ich selbstverständlich gern bereit bin zu geben. Es ist eine interessante Wechselwirkung entstanden, sodass Kind vom Vater und Vater vom Kind lernen kann. Ein weiteres Merkmal meiner Vaterrolle ist die "Sorge". Ich werde unterschwellig ständig von der Sorge begleitet, ob es meinem Kind und meiner Freundin gut geht. Ich gehe dabei aber nicht so weit und mache mich verrückt, wenn er mal niest oder eine Nacht schlecht schläft. Die Grenze zwischen "normaler" Sorge und sich verrückt machen ist natürlich fließend. Sich grundsätzlich über das Wohlergehen seiner Familie zu sorgen gehört meiner Meinung nach zu einem gesunden Vaterinstinkt dazu.

Gibt es noch etwas zum Thema Geburt, das Du erzählen möchtest? Ich habe in den Kategorien "Notizen" und "Erlebnisse 2" meine Gedanken, die ich vor und unmittelbar nach der Geburt hatte, in diversen Texten geschildert. Wer von Euch noch weitere meiner Eindrücke lesen möchte, kann das an den genannten Stellen gern tun.

Wie läuft es in Deinem Studium? Ich habe nur noch wenige Prüfungen vor mir, die aber sehr "schwer" sind. Die schweren Klausuren habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Leider gab es im Laufe der Zeit Ereignisse, die mein Studium deutlich verlängert haben. Auf der einen Seite gab es von mir unverschuldete Ereignisse, die mich völlig aus der Bahn geworfen haben,  auf der anderen Seite gab es Dinge, an denen ich selber Schuld war. Aber ein baldiges Ende ist in Sicht.

Bist Du einer der ältesten Studenten an Deiner Uni? Augenscheinlich gehöre ich mit zu den ältesten Studenten an meiner Uni. Natürlich bin ich nicht sehr froh über diesen Zustand. Ich muss aber dazu sagen, dass ich relativ spät mit dem Studium begonnen habe, denn ich habe den sogenannten 2. Bildungsweg beschritten. Aber auch hier gilt, dass ich mich zu diesem Thema nicht mehr rechtfertigen werde! Wo steht geschrieben, dass nur "junge" Menschen studieren dürfen? Eine Uni ist meiner Meinung nach für alle da, egal ob für alt oder jung! Falls es Probleme bei der Arbeitssuche aufgrund meines hohen Alters gibt, dann muss nur ich damit leben, daher ist es auch meine Angelegenheit, mit der ich klar kommen muss!!! Interessant ist, dass einige derjenigen Leute, die sich über meine Studiendauer lustig gemacht haben, ihr Studium nicht beendet haben. Ich erwähne das nur, weil ihre Vorgehensweise im Studium offenbar auch nicht erfolgreich war. Jeder soll so studieren, wie er es für richtig hält.  Von "Turbostudenten", die während des Studiums nicht über ihren Tellerrand hinausgesehen habe, halte ich nicht sehr viel. Ich bin nicht dafür ein Studium künstlich in die Länge zu ziehen, aber wie oben erwähnt, es gibt im Leben immer Unwegbarkeiten, die einen Menschen vom Studieren für längere Zeit abhalten können. Ein Studium verzögert sich auch deutlich, weil man in irgendwelche Pflichtveranstaltungen wegen Überfüllung nicht rein kommt. Es ist immer die Summe des Ganzen, die eine Verzögerung auslöst. Als ich mit dem Studium anfing, habe ich selbst Studenten komisch angeguckt, die eine lange Studiendauer hatten. Nun bin ich in derselben Lage und weiss, was alles dazwischen kommen kann und wieviele strategische Fehler man im Studium machen kann. Ich habe gelernt, dass es ein Fehler ist den Charakter eines Menschen nur nach äußerlichen Kriterien wie Studiendauer, Alter, Einkommen oder der Art seiner Tätigkeit, die er zu seinem Broterwerb nachgeht, zu bewerten. Froh bin ich über meine Studiendauer nicht. Wenn es nach mir ginge, hätte ich mein Studium schon vor 3 Jahren erfolgreich absolviert. Aber bald ist es ja soweit...

Gibt es Veränderungen in Deinem Blog bzw. wird es sie geben? Nein! In absehbarer Zeit bleibt mein Blog so, wie er ist. Ausnahmen sind lediglich Kategorieergänzungen oder -erweiterungen. Die optische Gestaltung bleibt vorerst, wie sie ist. Neu ist die Kategorie "Neues im Blog".

Du hast Dein Gästebuch geschlossen, warum? Mein Gästebuch bleibt, wie angekündigt, bis auf Weiteres geschlossen. Es gab viele Werbeeinträge, die ich löschen musste. Außerdem mag ich es nicht, wenn man mir in einem unhöflichen Ton Einträge schreibt, und dann auch noch ohne einen Namen zu hinterlassen. Deshalb habe ich Ergänzungen in der Kategorie "Rechtliches zu meinem Blog" vorgenommen, auf die ich an dieser Stelle hinweisen möchte!

Wie verbringt ihr Weihnachten und Silvester dieses Jahres? Das steht noch nicht fest. Entweder feiern wir Weihnachten ganz in Ruhe zu dritt oder wir fahren zu unserer Familie.

Vielen Dank, dass Du Dir in dieser stressigen Phase etwas Zeit für ein Interview genommen hast! Wann hast Du Zeit für das nächste Interview? Frühestens im Winter 2012.

In diesem Sinne alles Gute für Deine Familie und Dich! Danke.

10.9.12 18:44
 
Letzte Einträge: Eintrag 1304, Eintrag 1305, Eintrag 1306 (Der letzte Eintrag)



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung